VolkswirtschaftAuftragseingang in deutscher Industrie legt deutlich zu
SDA
8.1.2026 - 09:45
Deutsche Industriefirmen füllen ihre Auftragsbücher langsam wieder. (Archivbild)
Keystone
Die deutschen Industrieunternehmen haben im November überraschend deutlich mehr Aufträge erhalten. Im Vergleich zum Oktober stieg der Auftragseingang saison- und kalenderbereinigt um 5,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.
Keystone-SDA
08.01.2026, 09:45
08.01.2026, 10:57
SDA
Ohne Berücksichtigung von Grossaufträgen war der Auftragseingang demnach um 0,7 Prozent höher als im Vormonat. Von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragte Experten hatten nach einem starken Oktober-Wert mit einem Rückgang gerechnet. Der Anstieg im Oktober wurde zudem leicht auf 1,6 Prozent nach oben revidiert.
Eine überdurchschnittliche Häufung von Grossaufträgen aus dem Inland sorgte den Angaben zufolge auch im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich für eine Zunahme von 4,0 Prozent im Vergleich zu den drei Monaten davor. Auch ohne Grossaufträge legten die Auftragseingänge im Dreimonatsvergleich um 2,1 Prozent zu. Im Vergleich zum November 2024 beträgt das Plus 10,5 Prozent.
Ökonomen sehen mögliche Trendwende
Ökonomen sprachen von positiven Signalen. «Endlich mal eine Zahl von der deutschen Konjunktur, an der es nichts zu meckern gibt», sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Er sprach von einem echten Zeichen für eine mögliche Trendwende. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, nannte die Zahlen eine Konjunkturüberraschung. Die Auftragseingänge werden nach seinen Worten in den kommenden Monaten vor allem auch von Rüstungsaufträgen geprägt bleiben.
Ähnlich äusserte sich der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. Rüstungsbestellungen dürften zu weiter steigenden Auftragseingängen führen. Das Auftragsplus sei ein weiteres Indiz, dass die steigenden Staatsausgaben im neuen Jahr die Wirtschaft ankurbeln werden.
«Staatsausgaben kurbeln deutsche Wirtschaft an»
«Diese Stütze ist für die Industrie hochwillkommen», betonte Dullien. 2026 dürfte deutlich besser für die deutsche Industrie werden als das abgelaufene Jahr. Neben steigenden Staatsausgaben für Rüstung dürfte auch der Anstieg bei Infrastrukturinvestitionen der Industrie mehr Aufträge bescheren.
Der stärkste Nachfrageimpuls stammte dem Statistischen Bundesamt zufolge erneut aus dem Inland mit einem Orderplus von 6,5 Prozent. Die Nachfrage aus dem Ausland zog ebenfalls an, und zwar um 4,9 Prozent.
Deutliche Auftragszuwächse gab es etwa für Hersteller von Metallerzeugnissen mit 25,3 Prozent und im sogenannten Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) mit einem Plus von 12,3 Prozent.
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
23.01.2026
Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
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