ChocolatBarry Callebaut macht in Belgien weniger Entlassungen als geplant
ck
10.12.2024 - 09:28
Der Schokoladenproduzent Barry Callebaut baut in Belgien deutlich weniger Stellen als ursprünglich geplant ab. Das ist das Resultat aus den mit den Sozialpartnern geführten Verhandlungen.(Symbolbild)
Keystone
Der Schokoladenkonzern Barry Callebaut nimmt in Belgien weniger Entlassungen vor als geplant. Laut Gewerkschaftsangaben gibt es nach Abschluss der Verhandlungen noch rund 170 Entlassungen, nachdem ursprünglich 478 Kündigungen vorgesehen waren.
Keystone-SDA, ck
10.12.2024, 09:28
10.12.2024, 10:02
SDA
In der Schokoladenfabrik Halle hätten die Arbeitnehmervertreter nach zehnmonatigen Verhandlungen die Zahl der Entlassungen von 178 auf 18 reduzieren können, teilte der Christliche Gewerkschaftsbund (CSC) am Dienstag in einem Communiqué mit. Der neue Chef des weltgrössten Schokoladenherstellers, Peter Feld, hatte im Februar in einem Interview einen Abbau von rund 2500 Stellen im Rahmen des Sparprogramms «BC Next Level» angekündigt.
Zudem kommt es laut belgischen Medien zu einem Abbau von 150 Stellen in der weltgrössten Schokoladefabrik Wieze sowie im weltgrössten Schokoladenlager in Lokeren. Das sei noch halb so viel wie ursprünglich geplant, sagte Hans Christiaens, Sekretär für die Sektoren Dienstleistungen und Industrie der Gewerkschaft SETCa Brüssel-Halle-Vilvoorde, der Nachrichtenagentur AWP.
Dennoch zeigten sich die Gewerkschafter zuversichtlich. Barry Callebaut habe Investitionen in Belgien, vor allem für Halle, zugesichert. Damit gebe es Perspektiven für den Erhalt der Stellen, sagte Christiaens. Laut CSC-Gewerkschafter Abdelhafid El Kadi hat der Konzern 55 Millionen Franken für das Werk in Halle versprochen.
Sparprogramm soll 250 Millionen bringen
Auf Anfrage von AWP bestätigte eine Sprecherin von Barry Callebaut, dass die Konsultationsgespräche in Belgien abgeschlossen worden seien. Die genaue Anzahl der Stellenstreichungen wollte sie allerdings nicht beziffern. «Wir sind sehr froh, dass wir die Verhandlungen mit unseren Sozialpartnern in Halle abgeschlossen haben», nach Wieze und Lokeren. Damit «haben wir nun eine Vereinbarung für Sozialpläne für ganz Belgien.»
Mit dem Sparprogramm «BC Next Level» will das Unternehmen künftig die Kosten jährlich um 250 Millionen Franken senken. Bereits abgeschlossen seien die Sozialpläne für die Standortschliessungen in Norderstedt (Deutschland), Frankreich, Polen, den Niederlanden und Port Klang (Malaysia), erklärte die Sprecherin. Die Gespräche mit den Sozialpartnern zur Schliessung der Fabrik im italienischen Intra am Lago Maggiore seien noch im Gang.
Der Konzern mit Sitz in Zürich geht zurück auf Octaaf Callebaut, der 1911 die ersten Schokoladentafeln im Dorf Wieze herstellte. Das belgische Unternehmen Callebaut fusionierte 1996 mit dem französischen Unternehmen Cacao Barry.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden