ChemieBayer muss Milliarde für Glyphosat-Klagen zurücklegen
SDA
12.11.2025 - 12:17
Ein Traktor fährt bringt Glyphosat aus - über Bayer rollt derweil eine Klagelawine. (Archivbild)
Keystone
Die Spätfolgen der Monsanto-Übernahme für Bayer reissen nicht ab. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern muss wegen teurer Klagen in den USA rund um den Unkrautvernichter Glyphosat erneut viel Geld auf die Seite legen.
Keystone-SDA
12.11.2025, 12:17
SDA
Erhöhte Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten um Glyphosat und die Umweltchemikalie PCB belasten das dritte Quartal mit fast einer Milliarde Euro, wie Bayer am Mittwoch mitteilte. Daher steigen die Sonderbelastungen auf den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2025 auf 3,5 Milliarden bis 4,0 Milliarden Euro. Bisher hatte Bayer mit 2,5 Milliarden bis 3,5 Milliarden geplant.
Den Ausblick für den auch um diese Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn bestätigte Bayer-Chef Bill Anderson bei der Zahlenvorlage für das dritte Quartal. Dabei übertraf der Konzern beim operativen Gewinn die Erwartungen der Analysten dank eines überraschend guten Abschneidens des Agrarsparte.
Wegen teurer Rechtsrisiken machte der Dax-Konzern im dritten Quartal unterm Strich aber einen Verlust von knapp einer Milliarde Euro. Dies bei einem Umsatz von rund 9,7 Milliarden Euro, was ein Minus von 3,1 Prozent war. Negative Wechselkurs- und Portfolioeffekte ausgeklammert, ergibt sich ein kleines Umsatz-Plus.
Teure Folgen der Monsanto-Übernahme
Mit Blick auf die Rechtsstreitigkeiten in den USA sieht Anderson Fortschritte und gibt sich zuversichtlich, diese bis Ende 2026 deutlich einzudämmen. Die höheren Rückstellungen begründete er mit Vergleichsvereinbarungen sowie einem moderaten Anstieg der eingereichten Glyphosatklagen.
Mit Stand vom 15. Oktober spricht Bayer hier von 197'000 angemeldeten Ansprüchen, von denen rund 132'000 verglichen wurden oder die Vergleichskriterien nicht erfüllten. Das sind 5000 angemeldete Ansprüche mehr als im Sommer.
Die teuren Glyphosatklagen hatte sich Bayer mit der Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto 2018 ins Haus geholt, die mehr als 60 Milliarden Dollar gekostet hatte. Danach kam Bayer an der Börse stark unter Druck.
Tausende Jobs gestrichen
Vor etwa zwei Jahren leitete Konzernchef Anderson Jobkürzungen ein, die noch immer laufen. «Bislang haben wir weltweit etwa 13'500 Jobs abgebaut», sagte der Manager. Ende September hatte Bayer nach eigenen Angaben weltweit rund 88'500 Vollzeitstellen.
Der Jobabbau geht auf neue Arbeitsstrukturen zurück, mit denen die Firma Hierarchien abgebaut hat. Angestellte sollen sich stärker selbstständig konzernintern vernetzen, unternehmerisch handeln und selbst entscheiden – das Arbeitsmodell heisst «Dynamic Shared Ownership» (DSO).
Auf die Frage, wann der DSO-Jobabbau zu Ende sein werde, sagte Anderson, es gebe kein konkretes Stellenabbau-Ziel. Es gehe darum, die Organisation um Kunden, Produkte und wissenschaftliche Erkenntnisse herum zu bauen.
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Die EU dreht den Gashahn zu: Bis spätestens Ende 2027 will Brüssel vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Damit wollen sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem wird es Russland erschwert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den Milliardengewinnen aus Energielieferungen zu finanzieren.
05.12.2025
Juso-Erbschaftssteuerinitiative ist am Ständemehr gescheitert
In der Schweiz wird es vorderhand keine nationale Erbschaftssteuer zugunsten des Klimas geben. Die Juso-Volksinitiative «für eine Zukunft» ist gemäss Angaben des Bundesamts für Statistik (BFS) am Ständemehr gescheitert. Applaus gab es bei den Abstimmungssiegern aber auch bei den Verlierern, der Juso. «Wir haben es geschafft, über ein Jahr über unsere grössten Krisen zu sprechen», so die Juso-Präsidentin Mirjam Hostetmann.
30.11.2025
Ifo-Index sinkt – «Deutsche Wirtschaft zweifelt an baldiger Erholung»
STORY: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend wieder verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im November um 0,3 auf 88,1 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Ökonomen hatten hingegen mit einem Mini-Anstieg auf 88,5 Zähler gerechnet. «Die Unternehmen haben doch länger erwartet, dass im kommenden Jahr durch das viele Geld, das die Politik sich leiht und unter die Leute bringt, dass da ein Aufschwung kommt, und man hat ausserdem erwartet, dass die neue Bundesregierung Reformen verabschiedet im Herbst über die Schulden hinaus. Und jetzt gibt es doch eine gewisse Skepsis, ob das was wird. Erstmal sieht man, dass nach den Plänen, die wir derzeit haben, das zusätzlich aufgenommene Geld teilweise gar nicht in zusätzliche Investitionen fliesst, sondern Haushaltslöcher stopft. Das ist nicht gut. Und die Reformen bleiben aus oder weisen sogar in die falsche Richtung, wenn wir etwa an die Rentenreform denken, die treibt ja die Kosten für künftige Bundeshaushalte in die Höhe. Das heisst, höhere Steuern, möglicherweise auch höhere Beitragssätze in der Rentenversicherung, und da sagt die Wirtschaft, das hilft uns nicht.» Mit Blick auf den Streit um die Rentenreform forderte Fuest die Beteiligten auf, noch mal nachzudenken. «Die Renten müssen dauerhaft langsamer steigen als die Löhne. Das gilt auch für die Pensionen, da haben wir ähnliche Probleme, und entsprechend sollte sich die Politik verhalten, aber derzeit weitet die Politik eher die Rentenleistung aus und sie steuert damit in die falsche Richtung. Deshalb haben wir eben gefordert, das gesamte Paket nochmal zurückzuziehen. Es soll ja eine Rentenkommission geben, die sollte man mal anhören und dann solide entscheiden.» Nach einem Schrumpfen im Frühjahr und einer Stagnation im Sommer dürfte die deutsche Wirtschaft im laufenden Schlussquartal 2025 nach Einschätzung der Bundesbank wieder leicht wachsen. Ein spürbares Anziehen der Konjunktur erwarten Fachleute aber erst für das kommende Jahr.
24.11.2025
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Juso-Erbschaftssteuerinitiative ist am Ständemehr gescheitert
Ifo-Index sinkt – «Deutsche Wirtschaft zweifelt an baldiger Erholung»