Die Finanzen müssen stimmen Beamte gehen oft in den vorzeitigen Ruhestand

Carsten Dörges

30.3.2025

Frühpensionierung ist ein Traum von fast der Hälfte der Schweizer Bevölkerung. (Symbolbild)
Frühpensionierung ist ein Traum von fast der Hälfte der Schweizer Bevölkerung. (Symbolbild)
Bild: KEYSTONE

Frühpensionierung ist laut einer Umfrage ein Traum von fast der Hälfte der Schweizer Bevölkerung. Bundesangestellte scheiden bisher deutlich früher aus dem Berufsleben aus als Privatangestellte.

Carsten Dörges

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung will laut einer Umfrage vorzeitig in den Ruhestand.
  • Dies ist jedoch ein grosses Problem, denn vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden kostet viel Geld.
  • Während in der Privatwirtschaft viele bis 65 arbeiten müssen, verabschiedet sich fast jeder zweite Angestellte von Bund, SBB und Post frühzeitig in den Ruhestand.

Frühpensionierung ist ein Traum von fast der Hälfte der Schweizer Bevölkerung, wie eine Umfrage von «Swiss-Life» ergab. Die Freizeit geniessen, Urlaub machen und sich viele Träume erfüllen, muss jedoch auch finanziell machbar sein.

Dies ist jedoch ein grosses Problem, denn vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden kostet viel Geld. Dazu erklärt Karl Flubacher, Vorsorgeexperte beim Vermögenszentrum, gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Als Faustregel für den Mittelstand gilt: Jedes Jahr, das man früher in Rente geht, kommt auf 100’000 Franken zu stehen.» Denn natürlich fehlen dann Jahreseinkommen und die Rente fällt geringer aus.

Ausstieg mit gutem Verdienst

Die Umfrage belegt deshalb ganz eindeutig: Wer gut verdient hat, kann sich den frühzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben leisten. In Berufen mit überdurchschnittlichen Gehältern – etwa im Finanzsektor oder in der öffentlichen Verwaltung – ist die Frühpensionierungsquote deutlich höher.

Bei der Publica, der Pensionskasse des Bundes, gehen 51 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen vorzeitig in Rente. Bei der SBB sind es 56 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen, bei der Post 44 Prozent der Männer und 80 Prozent der Frauen.

Weniger Frühpensionierte in der Privatwirtschaft

Ganz anders sieht das bei Pensionskassen der Privatwirtschaft aus. Über 53’000 Unternehmen sind den drei Sammelstiftungen Servisa, Swiss Life und Axa mit insgesamt 740'000 Versicherten angeschlossen. Der Anteil der Frühpensionierten liegt hier nur zwischen 30 und 40 Prozent.

In der Privatwirtschaft ist die Zahl der Frühpensionierten also wesentlich geringer als bei staatlichen Arbeitgebern – Frührente muss man sich leisten können.