AufzügeBei Schindler endet Ära Napoli – Paolo Compagna folgt als CEO
cf
12.12.2024 - 06:50
Beim Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler kommt es zu einem Wechsel an der Spitze. Verwaltungsratspräsident und Konzernchef Silvio Napoli stellt sich an der kommenden GV nicht mehr zur Wiederwahl. Sein Nachfolger als CEO soll Paolo Compagna werden. (Archivbild)
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Bei Schindler kommt es zu einem Wechsel an der Spitze. VR-Präsident und CEO Silvio Napoli gibt nicht nur wie versprochen seine Doppelfunktion nach spätestens drei Jahren wieder auf, er verabschiedet sich im Frühling auch gänzlich von Schindler.
Keystone-SDA, cf
12.12.2024, 06:50
12.12.2024, 08:10
SDA
Zu seinem Nachfolger als CEO wurde Paolo Compagna ernannt, wie der Lift- und Rolltreppenhersteller am Donnerstag mitteilte. Damit gibt es für den operativen Chef eine interne Nachfolgelösung. Denn Compagna ist seit 2015 Mitglied der Konzernleitung und derzeit noch Chief Operating Officer.
Compagna wird seine Aufgabe als CEO per Anfang April 2025 übernehmen. Bis zur Generalversammlung von Ende März will ihn Napoli bei der Einführung in seine neue Aufgabe noch unterstützen.
Nachfolge von Napoli im Präsidium noch offen
Napoli selber will sich nach 30 Jahren im Unternehmen an der nächsten Generalversammlung nicht mehr zur Wiederwahl stellen und neue Pläne verfolgen. Wer ihn als Präsident des Verwaltungsrats ablösen wird, ist noch offen.
Napoli wurde 2016 in den Verwaltungsrat gewählt. Er gab damals seine Funktion als CEO von Schindler, die er 2014 übernommen hatte, an Thomas Oetterli ab, der wie Napoli bereits 1994 in die Firma Schindler eingetreten war.
Doch einige Jahre später holte ihn die Funktion als CEO wieder ein: Anfang 2022 folgte der Rücktritt Oetterlis als CEO «in gegenseitigem Einvernehmen», wie es damals hiess. Nach zwölf Jahren in der Konzernleitung und davon sechs Jahren als CEO sei es an der Zeit, die operative Führung weiterzugeben, wurde Oetterli damals zitiert.
Napoli übernahm in der Folge die Führung von Schindler in einer Doppelrolle. Schon bei der Kommunikation jenes Schrittes hiess es, dass diese Situation auf maximal auf zwei bis drei Jahre ausgelegt sei.
Nur rund drei Wochen nach der Trennung von Oetterli als CEO gab Schindler für das erste Semester 2022 eine Gewinnwarnung aus. Begründet wurde dies mit der hohen Inflation bei den Materialkosten, Logistikproblemen und Unterbrüchen in der Lieferkette.
Napoli brachte neuen Schwung
Napolis Eingreifen in die operative Führung erfolgte also in einem schwierigen Moment für Schindler. Er begleitete die Initiative «Top-Speed-23», die bereits 2021 wegen «Defiziten in der Wettbewerbsfähigkeit» von Schindler eingeführt worden war, zu Ende.
Die Profitabilität von Schindler verbesserte sich wieder deutlich. Die operative Gewinnmarge kehrte 2023 in den zweistelligen Bereich zurück, im ersten Halbjahr 2024 legte die EBIT-Marge trotz eines leichten Umsatzrückgangs auf 11,4 Prozent weiter zu.
In der aktuellen Mitteilung werden denn nebst Napolis Einsatz in den 30 Jahren insgesamt auch seine Verdienste in den letzten drei Jahren bei der Leitung eines «erfolgreichen Turnarounds in einem herausfordernden Umfeld» gewürdigt.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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Die EU dreht den Gashahn zu: Bis spätestens Ende 2027 will Brüssel vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Damit wollen sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem wird es Russland erschwert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den Milliardengewinnen aus Energielieferungen zu finanzieren.
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