Ukraine, Energie, Sicherheit

«Beim Ausbau einheimischer Energien Zacken zulegen»

phi

12.3.2022

Simonetta Sommaruga, a member of the Swiss Federal Council speaks at a plenary session at the COP26 U.N. Climate Summit in Glasgow, Scotland, Friday, Nov. 12, 2021. Negotiators from almost 200 nations were making a fresh push Friday to reach agreements on a series of key issues that would allow them to call this year's U.N. climate talks a success. (AP Photo/Alberto Pezzali)
Alternative Energien sind gefragter denn je: Simonetta Sommaruga im November in Glasgow bei der UN-Klimakonferenz.
AP

Bundesrätin Simonetta Sommaruga spricht über ihre einstiges Treffen mit Wolodymyr Selenskyj, die Folgen des Kriegs in der Ukraine für die Energieversorgung und ungewollte Abhängigkeiten.

phi

12.3.2022

Der Krieg in der Ukraine geht auch Simonetta Sommaruga nahe. Als die Bundesrätin vor zwei Jahren noch Präsidentin war, hat sie ihren ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj persönlich getroffen und ist mit ihm in den Donbass gereist. «Der Druck auf den Präsidenten war enorm; in der Gegend wurde damals schon täglich geschossen», erinnert sich die 61-Jährige im «Tages-Anzeiger».

«Ich habe einen Menschen erlebt, der für seine Bevölkerung da war», sagt Sommaruga: Was Selenskyj und seinen Landsleute nun widerfährt, «erschüttert» sie. Als Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation muss sie sich auch zu den Folgen äussern, die der Krieg auf die heimische Energieversorgung hat.

«Der Krieg zeigt die Abhängigkeit von Europa und der Schweiz von russischem Gas», weiss die SP-Politikerin – und auch bei anderen Energieträgern wie Öl und Uran sei nicht anders. «Vermutlich hat man sich daran gewöhnt, vielleicht auch verdrängt», versucht die zu begründen, wie sich diese Lage ergeben hat. Umso wichtiger sei es deshalb, von fossilen Brennstoffen wegzukommen. 

Der Bau von bis zu drei neuen Gas-Kraftwerken bis 2025 sei da kein Widerspruch: Sie würden nur im Notfall ans Netz gehen, erklärt Sommaruga. Und auch wenn Massnahmen ergriffen würden wie die Wasserkraftwerke, «müssen wir beim Ausbau der einheimischen Energien einen Zacken zulegen», mahnt die Bundesrätin.

Der Umbau sei zwar teuer, doch noch mehr koste die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen: «Wir geben heute 8 Milliarden Franken pro Jahr für Öl und Gas aus. Dieses Geld fliesst ins Ausland ab. Wir investieren unser Geld also gescheiter bei uns hier in der Schweiz», so Sommargua im «Tages-Anzeiger».