FinanzdienstleisterBLKB stellt Geschäftstätigkeit ihrer Online-Bank Radicant ein
SDA
11.11.2025 - 07:46
Zieht einen Schlussstrich nach dem Debakel ihrer Online-Bank Radicant: die Baselbieter Kantonalbank (BLKB).
Keystone
Die Baselbieter Kantonalbank (BLKB) stellt den Betrieb ihrer Online-Bank Radicant nach erfolglosen Verkaufsbemühungen ein. Sie gibt nun die Banklizenz von Radicant zurück und leitet die geordnete Liquidation ein.
Keystone-SDA
11.11.2025, 07:46
SDA
Auch nach Prüfung von diversen Verkaufsoptionen habe man keine Lösung zur Fortführung von Radicant gefunden, teilte die BLKB am Dienstag mit. Dass die Kantonalbank aus der Problemtochter aussteigen will, hatte sie bereits im September angekündigt. Nun habe man entschieden, dass Radicant die Geschäftstätigkeit aufgeben werde, heisst es in der Mitteilung.
Kunden und Mitarbeitende unterstützen
Die Kundinnen und Kunden sollen ab sofort über das weitere Vorgehen informiert werden. Es würden derzeit «Anschlusslösungen» geprüft, schreibt die BLKB. Die Kundeneinlagen blieben jedoch vollständig geschützt.
Die Mitarbeitenden der Radicant würden im geplanten Prozess «eng begleitet und unterstützt», heisst es weiter. Laut Angaben vom September beschäftigt die Radicant-Gruppe 94 Mitarbeitende (Vollzeitstellen) an den Standorten in Zürich, Lissabon sowie Pristina. Hinzu kamen damals 10 externe Mitarbeitende am Standort Belgrad.
Seit längerem in Turbulenzen
Die BLKB befindet sich wegen ihrer im Jahr 2023 gestartete Online-Bank Radicant seit längerem in massiven Turbulenzen. So musste die BLKB im Halbjahr als Folge der Übernahme des Fintechs Numarics durch Radicant eine massive Wertberichtigung vornehmen. Numarics war im Oktober 2024 als «Befreiungsschlag» übernommen worden und hätte der Radicant Bank neues Wachstum bringen sollen.
Wegen der hohen Wertberichtigungen verliessen Bankratspräsident Thomas Schneider und CEO John Häfelfinger die Kantonalbank per Ende Juli 2025. Auch der Radicant-CEO wurde ausgewechselt und Radicant-Verwaltungsratspräsident Marco Primavesi kündigte per Jahresende 2025 seinen Rücktritt an.
Ergebnis belasten
Die gescheiterte Expansion mit der Online-Bank wird auch das Jahresergebnis 2025 der Kantonalbank belasten, wie die BLKB schreibt: Dieses werde voraussichtlich um bis zu 60 Millionen Franken tiefer ausfallen als im Vorjahr.
Derweil erwarte die Bank für das Stammhaus im Jahr 2025 einen operativen Geschäftsgang auf Vorjahresniveau. Zudem rechne sie mit gleichbleibend hohen Ausschüttungen an die Zertifikatsinhaberinnen und -inhaber sowie an den Kanton Basel-Landschaft.
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Die EU dreht den Gashahn zu: Bis spätestens Ende 2027 will Brüssel vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Damit wollen sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem wird es Russland erschwert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den Milliardengewinnen aus Energielieferungen zu finanzieren.
05.12.2025
Juso-Erbschaftssteuerinitiative ist am Ständemehr gescheitert
In der Schweiz wird es vorderhand keine nationale Erbschaftssteuer zugunsten des Klimas geben. Die Juso-Volksinitiative «für eine Zukunft» ist gemäss Angaben des Bundesamts für Statistik (BFS) am Ständemehr gescheitert. Applaus gab es bei den Abstimmungssiegern aber auch bei den Verlierern, der Juso. «Wir haben es geschafft, über ein Jahr über unsere grössten Krisen zu sprechen», so die Juso-Präsidentin Mirjam Hostetmann.
30.11.2025
Ifo-Index sinkt – «Deutsche Wirtschaft zweifelt an baldiger Erholung»
STORY: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend wieder verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im November um 0,3 auf 88,1 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Ökonomen hatten hingegen mit einem Mini-Anstieg auf 88,5 Zähler gerechnet. «Die Unternehmen haben doch länger erwartet, dass im kommenden Jahr durch das viele Geld, das die Politik sich leiht und unter die Leute bringt, dass da ein Aufschwung kommt, und man hat ausserdem erwartet, dass die neue Bundesregierung Reformen verabschiedet im Herbst über die Schulden hinaus. Und jetzt gibt es doch eine gewisse Skepsis, ob das was wird. Erstmal sieht man, dass nach den Plänen, die wir derzeit haben, das zusätzlich aufgenommene Geld teilweise gar nicht in zusätzliche Investitionen fliesst, sondern Haushaltslöcher stopft. Das ist nicht gut. Und die Reformen bleiben aus oder weisen sogar in die falsche Richtung, wenn wir etwa an die Rentenreform denken, die treibt ja die Kosten für künftige Bundeshaushalte in die Höhe. Das heisst, höhere Steuern, möglicherweise auch höhere Beitragssätze in der Rentenversicherung, und da sagt die Wirtschaft, das hilft uns nicht.» Mit Blick auf den Streit um die Rentenreform forderte Fuest die Beteiligten auf, noch mal nachzudenken. «Die Renten müssen dauerhaft langsamer steigen als die Löhne. Das gilt auch für die Pensionen, da haben wir ähnliche Probleme, und entsprechend sollte sich die Politik verhalten, aber derzeit weitet die Politik eher die Rentenleistung aus und sie steuert damit in die falsche Richtung. Deshalb haben wir eben gefordert, das gesamte Paket nochmal zurückzuziehen. Es soll ja eine Rentenkommission geben, die sollte man mal anhören und dann solide entscheiden.» Nach einem Schrumpfen im Frühjahr und einer Stagnation im Sommer dürfte die deutsche Wirtschaft im laufenden Schlussquartal 2025 nach Einschätzung der Bundesbank wieder leicht wachsen. Ein spürbares Anziehen der Konjunktur erwarten Fachleute aber erst für das kommende Jahr.
24.11.2025
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Juso-Erbschaftssteuerinitiative ist am Ständemehr gescheitert
Ifo-Index sinkt – «Deutsche Wirtschaft zweifelt an baldiger Erholung»