MärkteBörsen reagieren gelassen auf Venezuela-Krise
SDA
5.1.2026 - 09:59
Die europäischen Börsen liessen sich von der Venezuela-Krise am Montag nicht beeindrucken. (Archivbild)
Keystone
Die meisten europäischen Börsen sind zum Wochenauftakt mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Sie haben die geopolitischen Spannungen rund um den US-Angriff auf den südamerikanischen Ölstaat Venezuela weitgehend ausgeblendet.
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05.01.2026, 09:59
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Der Schweizer SMI hingegen stand wegen defensiver Schwergewichte leicht im Minus. In Zürich startete der SMI mit 0,7 Prozent im Minus. Gebremst wurde der Gesamtmarkt insbesondere von den defensiven Schwergewichten. Konjunktursensitive Titel hingegen wurden in der Eröffnungsphase gekauft. Gewinnmitnahmen nach dem starken Dezember kämen nicht überraschend, hiess es aus Marktkreisen.
Rückenwind für Europa kam von den asiatischen Märkten, wo vor allem kräftige Gewinne bei Technologiewerten für positive Vorgaben sorgten. In den ersten Handelsminuten legte der Leitindex in London um 0,2 Prozent zu, in Frankfurt stieg der Dax um 0,6 Prozent und in Paris gewann der Cac 40 0,3 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen darauf, dass die starke Entwicklung in Asien die Stimmung in Europa stütze, während die Eskalation rund um Venezuela zunächst nur eine untergeordnete Rolle spiele.
Tech-Werte treiben an
An den asiatischen Börsen hatten insbesondere die Märkte in Japan und Südkorea deutlich zugelegt. Der Nikkei-Index in Tokio schloss mit einem Plus von knapp drei Prozent, der Kospi in Seoul gewann mehr als drei Prozent. Treiber waren erneut Aktien aus dem Technologie- und Halbleitersektor, die von anhaltendem Optimismus rund um künstliche Intelligenz und einem positiven Ausblick für 2026 profitierten.
Die Venezuela-Krise machte sich an den Aktienmärkten vor allem indirekt bemerkbar. Während die Ölpreise nach anfänglichen Verlusten unter Druck blieben, werteten Investoren die Lage am Ölmarkt als beherrschbar, da Venezuela derzeit nur einen geringen Anteil an der weltweiten Förderung hat. Entsprechend blieb eine Flucht aus risikoreicheren Anlagen aus.
Stärker gefragt waren dagegen klassische sichere Häfen. Der Goldpreis legte deutlich zu und spiegelte damit eine gewisse Absicherung gegen geopolitische Risiken wider. Insgesamt überwog an den Aktienmärkten jedoch die Zuversicht, dass die Spannungen zwischen Washington und Caracas kurzfristig keine gravierenden Auswirkungen auf die globale Konjunktur und die Unternehmensgewinne haben werden.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden