FamilienpolitikBundesrat sieht Vor- und Nachteile einer Elternzeit
gg, sda
19.2.2025 - 11:49
Die Diskussion um die Einführung einer Elternzeit kommt erneut aufs Tapet. Der Bundesrat sieht Vor- und Nachteile des Vorhabens. (Themenbild)
Keystone
Der Bundesrat steht der Einführung einer Elternzeit ambivalent gegenüber. Eine aussagekräftige Kosten-Nutzen-Analyse sei erst möglich, wenn die Ziele eines Elternurlaubs geklärt seien. Das erfordere einen politischen Prozess.
Keystone-SDA, gg, sda
19.02.2025, 11:49
SDA
Die Landesregierung hat am Mittwoch einen Forschungsbericht zum Thema zur Kenntnis genommen und ihre Schlussfolgerungen daraus gezogen. Demnach können Elternzeitmodelle verschiedene positive und negative Auswirkungen haben.
So könne eine Elternzeit die Vereinbarkeit von Familienleben und Erwerbstätigkeit verbessern und für die Gesundheit der Mütter oder die Entwicklung der Kinder von Vorteil sein. Demgegenüber führe Elternzeit unter anderem zu einem erhöhten Finanzierungsbedarf und damit – je nach Finanzierungsform – etwa zu höheren Lohnnebenkosten.
Der Bundesrat schreibt, dass die konkrete Ausgestaltung eines Elternzeitmodells eine zentrale Rolle spiele. Gemäss Analyse hat das variable Elternzeitmodell – bei dem ein Teil der Elternzeit frei unter den Eltern aufgeteilt werden kann – weniger starke negative Auswirkungen auf das Einkommen des anderen Elternteils und sorgt für geringere Lohnnebenkosten als das paritätische Modell – bei dem beide Elternteile gleich lang Urlaub beziehen. Dagegen wirkt sich das paritätische Elternzeitmodell positiver auf die Erwerbsbeteiligung der Mütter aus.
Der Bericht soll laut dem Bundesrat als Grundlage dienen für die Diskussion über die Ausgestaltung einer allfälligen Elternzeit in der Schweiz. Aktuell haben erwerbstätige Mütter in der Schweiz Anspruch auf einen 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub, während der andere erwerbstätige Elternteil nach der Geburt eines Kindes zwei Wochen bezahlten Urlaub beziehen kann.
In der Schweiz gab es bisher auf nationaler Ebene keine politische Mehrheit für eine Elternzeit. Vor wenigen Wochen hat aber die zuständige Ständeratskommission signalisiert, das Vorhaben vertieft prüfen zu wollen. Es müsse eine pragmatische Lösung gefunden werden, die finanziell tragbar sei, lautete der Tenor. Auch eine nationale Volksinitiative zum Thema soll demnächst lanciert werden.
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