(Finanz)dienstleistungBundesrat streicht EU von Börsenschutz-Liste
cg
29.1.2025 - 12:06
Der Bundesrat hat die EU per 1. Mai von der Börsenschutz-Liste gestrichen. Diese wurde 2019 als Reaktion auf die Nicht-Anerkennung der Äquivalenz der Schweizer Börse SIX erlassen. Aufgrund einer Revision in der EU sei die Massnahme hinfällig, teilte die Regierung mit. (Archivbild)
Keystone
Der Bundesrat hat die Schutzmassnahmen für die Schweizer Börsen gegenüber der EU aufgehoben. Aufgrund einer Revision der entsprechenden rechtlichen Grundlagen der EU sei die Massnahme hinfällig geworden.
Keystone-SDA, cg
29.01.2025, 12:06
29.01.2025, 13:05
SDA
Per 1. Mai 2025 steht die EU nicht mehr auf der Börsenschutz-Liste der Schweiz. Dies hat der Bundesrat an seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen. Ursprünglich hatte der Bundesrat die Börsenschutzmassnahme 2019 als Reaktion auf die Nicht-Verlängerung der Börsenäquivalenz durch die EU eingeführt.
Ziel war es, den Schweizer Börsenplatz zu schützen. Da die EU inzwischen die entsprechenden rechtlichen Grundlagen revidiert habe, sei diese Massnahme nicht mehr notwendig.
Bereits im Frühling 2024 hat die EU die relevanten rechtlichen Grundlagen geändert. Damit seien die Einschränkungen von EU-Wertpapierfirmen für den Handel mit Schweizer Aktien aufgehoben worden. Das Kriterium einer «erheblichen Beeinträchtigung» im Handel mit Schweizer Beteiligungspapieren sei daher nicht mehr gegeben.
Eine Gesamtabwägung habe gezeigt, dass die Wirkung der Schweizer Schutzmassnahme gegenüber der EU derzeit nicht mehr notwendig sei. In Einzelfällen hätten sie sogar zu negativen Auswirkungen für Schweizer Unternehmen geführt, etwa bei Fusionen mit EU-Gesellschaften.
Im Rahmen der Gespräche mit der EU-Kommission zum Rahmenabkommen wurde laut Mitteilung im Sommer 2024 der Regulierungsdialog im Finanzmarktbereich mit der EU wieder aufgenommen. Aufgrund der grossen Bedeutung des grenzüberschreitenden Privatkundengeschäfts für den Schweizer Finanzplatz strebe die Schweiz weiterhin eine Äquivalenzanerkennung und Verbesserungen des Marktzuganges für Finanzdienstleister mit der EU an.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Die EU dreht den Gashahn zu: Bis spätestens Ende 2027 will Brüssel vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Damit wollen sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem wird es Russland erschwert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den Milliardengewinnen aus Energielieferungen zu finanzieren.
05.12.2025
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?