WelthandelChinas Exporte ziehen wieder deutlich an
SDA
8.12.2025 - 05:37
Im Oktober fielen die chinesischen Aussenhandelsdaten überraschend mau aus. Nach einem Treffen der Präsidenten Chinas und der USA legen sie wieder deutlich zu. (Symbolbild)
Keystone
Chinas Exporte sind nach einem überraschenden Rückgang zuletzt wieder deutlich gestiegen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat legten die in US-Dollar gemessenen Ausfuhren im November um 5,9 Prozent zu, wie die Zollbehörde in Peking mitteilte.
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08.12.2025, 05:37
08.12.2025, 06:58
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Die Einfuhren nahmen im selben Vergleichszeitraum um 1,9 Prozent zu. Der Handelsüberschuss betrug fast 111,7 Milliarden US-Dollar.
Damit übertrafen die Exporte die Annahmen von Analysten, die lediglich mit einem Zuwachs von etwa 3,8 Prozent gerechnet hatten. Die Importe blieben dagegen hinter den Prognosen der Experten zurück – erwartet worden war ein Plus von 2,8 Prozent. Im Oktober waren Chinas Exporte auf Jahressicht überraschend um 1,1 Prozent gesunken. Auf Jahressicht überstieg der Handelsüberschuss der exportgetriebenen Wirtschaft zudem die Schwelle von einer Billion US-Dollar.
Handel mit den USA nach Streit-Pause
Keine Erholung zeigt sich im Handel mit den USA. Im Zoll- und Rohstoffstreit der beiden grössten Volkswirtschaften der Welt hatten sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping Ende Oktober in Südkorea in einigen Punkten verständigt.
China setzte angekündigte Exportkontrollen auf weitere seltene Erden aus und begann, wieder Sojabohnen aus den USA zu importieren. Washington verlängerte seine Zollpause und nahm Sanktionen gegen chinesische Firmen zurück. Der Handel mit den Vereinigten Staaten brach jedoch weiter ein. Chinas Exporte in die USA gingen im November um fast 29 Prozent zurück, die Importe sanken um rund 19 Prozent.
So verlief Chinas Handel mit Europa
Chinas Unternehmen suchen wegen der US-Zölle und des schwierigen Wettbewerbs in der Volksrepublik nach Ausweichmärkten. In die EU exportierte China 14,2 Prozent mehr, fuhr jedoch nur 1,6 Prozent mehr an Warenwert von dort ein.
Die schwache Nachfrage in China rührt auch daher, dass das überbordende Angebot in vielen Branchen nicht aufgenommen werden kann. Chinesische Exporteure nehmen deshalb Regionen im Globalen Süden stärker in den Blick. Den Handelsdaten zufolge stiegen Chinas Exporte in die Länder des Verbandes südostasiatischer Nationen (Asean) im November um 8,2 Prozent und auf den afrikanischen Kontinent sogar um 27,5 Prozent.
Wichtiges Treffen in Peking erwartet
Probleme bereitet der Wirtschaft ausserdem, dass das Vertrauen der Menschen, ihr Geld auszugeben, weiter von den Folgen der Immobilienkrise getrübt ist. Wirtschaftsanalysten fordern mehr Massnahmen, um den Konsum zu stärken. Eintauschprogramme alter gegen neue Geräte und Autos sowie bessere Konditionen für Wohnungskredite zeigten ebenso wie die Einführung eines Kindergeldes bislang kaum Wirkung – auch weil der Fokus der Regierung weiter auf Investitionen in Technologie- und Industrieentwicklung liegt.
Analysten blickten deshalb gespannt auf ein Treffen, bei dem die Kommunistische Partei jetzt ihre weitere Wirtschaftspolitik besprach. Jene Zentrale Wirtschafts-Arbeitskonferenz betonte, dass die Wirtschaft stabil sei, jedoch unter anderem die Nachfrage im Inland angekurbelt und neue Wachstumstreiber erweitert werden müssten. Für dieses Jahr will China wieder ein Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von rund fünf Prozent erreichen.
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
23.01.2026
Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
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