FlugverkehrCleantech-Firma Synhelion beliefert Swiss mit nachhaltigem Kerosin
SDA
16.12.2025 - 11:34
Der Vertrag soll Synhelion die Sicherheit geben, die Produktion auszubauen und neue Technologien voranzubringen. (Archivbild)
Keystone
Das Cleantech-Unternehmen Synhelion beliefert die Fluggesellschaft Swiss und den Logistiker Kühne+Nagel in Zukunft mit nachhaltigem Flugtreibstoff.
Keystone-SDA
16.12.2025, 11:34
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Ab dem Jahr 2027 wird die Swiss jährlich mindestens 200 Tonnen davon beziehen. Ein Teil soll Kühne+Nagel für Frachtflüge nutzen.
Die Swiss und Synhelion haben laut einer Mitteilung vom Dienstag einen über fünf Jahre laufenden Vertrag zur Abnahme von nachhaltigem Flugtreibstoff (SAF) abgeschlossen. Die Swiss sei die erste Airline, die mit Synhelion eine langfristige Abnahmevereinbarung unterzeichnet habe und ebne den Weg zu einer nachhaltigeren Luftfahrt, hiess es. Für Synhelion biete der Vertrag Planungssicherheit.
«Die Partnerschaft mit Synhelion ist ein bedeutender Schritt für Swiss auf dem Weg zur Dekarbonisierung unseres Flugbetriebs», wird Swiss-Chef Jens Fehlinger in der Mitteilung zitiert. Mit dieser Vereinbarung unterstütze die Airline Synhelion als Kunde, Investor und strategischer Partner beim Aufbau der Produktion von erneuerbaren synthetischen Treibstoffen.
Ausbau der Produktion
Die Swiss hatte bereits im Juli kleine Mengen Solartreibstoff von Synhelion im regulären Flugbetrieb eingesetzt. Hergestellt wurde das erste an die Swiss gelieferte Fass synthetisches Rohöl in einer Produktionsanlage in Jülich bei Köln. Anschliessend wurde das Rohöl in einer norddeutschen Raffinerie zu zertifiziertem Flugtreibstoff (Jet-A-1) verarbeitet.
Doch nun will Synhelion die Produktion mit Unterstützung von Partnern ausbauen. Ab 2027 werde das Unternehmen in seiner ersten kommerziellen Anlage für nachhaltiges synthetisches Rohöl sogenanntes «Syncrude» produzieren, sagte eine Firmensprecherin zur Nachrichtenagentur AWP. Danach werde der in einer nahegelegenen Raffinerie veredelte Treibstoff über die reguläre Logistikkette an Flughäfen in das Treibstoffversorgungssystem eingespeist.
Die neue Anlage werde ebenfalls in Jülich stehen und zehnmal grösser sein als die 2024 gestartete und mit der Konzentration von Sonnenlicht betriebene erste Produktion. Am neuen Standort werde das «Syncrude» mittels eines mit erneuerbarem Strom betriebenen Heizers hergestellt. Die jährliche Produktion werde rund 1000 Tonnen betragen. Zum Vergleich: Ein Frachtflugzeug verbraucht auf der Strecke Zürich-New York grob geschätzt 70 bis 90 Tonnen Kerosin.
Zahlreiche Abnehmer
Zu den Abnehmern von Synhelion-Treibstoff zählen laut der Sprecherin nebst der Swiss auch der Flughafen Zürich, die Schifffahrt Vierwaldstättersee, die Pilatus Flugzeugwerke, der Autohändler AMAG sowie das Skigebiet Arosa Lenzerheide für die Betankung von Pistenfahrzeugen. Zum finanziellen Engagement der Partner und den in den Abnahmeverträgen festgehaltenen Preisen machte das Unternehmen keine Angaben.
Zudem wird auch Kühne+Nagel den nachhaltig hergestellten Treibstoff nutzen. Die Swiss und der Logistiker hätten dazu ihre Partnerschaft erweitert, gab Kühne+Nagel am Dienstagmorgen bekannt. Die Swiss werde einen Teil des von Synhelion produzierten erneuerbaren Kerosins an Kühne+Nagel für Luftfrachttransporte weiterverkaufen.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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