DetailhandelCoop führt Verlagerung von Strasse auf Schiene fort
SDA
7.11.2025 - 09:34
Coop eröffnet am Freitag ein neues Umladezentrum in Zürich. Dort sollen ab sofort Waren per Zug aus der regionalen Verteilzentrale im Aargau ankommen. (Archivbild)
Keystone
Coop setzt beim Transport von Gipfeli, Fleisch und Milch mit einer neuen Umladezentrale in Zürich noch stärker auf den Zug. Das spart Zeit und CO2. Lastwagen wird es aber auch künftig brauchen.
Keystone-SDA
07.11.2025, 09:34
07.11.2025, 16:26
SDA
«Weltweit werden Lebensmittel regional typischerweise per Camion in die Läden geliefert», sagte Coop-Chef Philipp Wyss am Freitag im Rahmen der Eröffnung einer neuen Umladezentrale in Zürich. Coop will einen anderen Weg gehen – und hat deshalb im Zürcher Hardfeld zwei SBB-Gleise gemietet.
Hier kommen ab sofort dreimal täglich Waren aus der regionalen Verteilzentrale in Schafisheim AG mit dem Güterzug an. Erst «auf der letzten Meile» werden diese von Lastwagen verteilt.
Die Lastwagen holen die systematisch bepackten Ladungen beim Bahngleis ab. Danach fahren sie in die 71 Supermärkte der Stadt. Damit will der Detailhändler jährlich rund 58'000 Lastwagenfahrten einsparen.
CO2-Reduktion um 80 Prozent
Die Kombination aus Strasse und Schiene senke den CO2-Ausstoss im Vergleich zum reinen Strassentransport um 80 Prozent, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Langfristig will Coop den Transport in die Läden emissionsfrei abwickeln – indem etwa die restlichen Lastwagen elektrisch betrieben werden.
An dem neuen System in Zürich hat Coop eineinhalb Jahre getüftelt. In Genf hat sich der regionale Gütertransport auf der Schiene aber bereits seit 2013 etabliert. Grund dafür ist unter anderem, dass die Autobahn zwischen Lausanne und Genf besonders staureich ist. Aber auch im Tessin, im Jura und im Oberwallis kommen Güterzüge zum Einsatz.
«Wir machen uns Gedanken, wo diese Form sonst noch eingesetzt werden könnte», sagte CEO Wyss weiter. Die Voraussetzung sei, dass es unter anderem viele Läden auf engem Raum gebe – und natürlich einen guten Bahnanschluss.
Lastwagen sorgen für Flexibilität
Schweizweit betreibt Coop sechs regionale Verteilzentren, die mit Produkten aus der nationalen Zentrale oder von den Produzenten ausgestattet werden. Insgesamt liefert Coop zwei Drittel der nationalen Warentransporte über die Schiene. Für die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene hat Coop in den letzten zehn Jahren 250 Millionen Franken investiert.
Sollte aber mal eine Zugstrecke ausfallen, wie etwa jene im Gotthard-Basistunnel nach der Entgleisung eines Güterzugs, kann Coop auch kurzfristig auf Lastwagen ausweichen. Davon besitzt der Detailhändler aktuell 650 Stück.
«Die Logistik ist ein komplexes Geschäft», erklärte der CEO. «Alles muss ineinandergreifen.» Mit dem SBB-Schienennetz habe man aber grundsätzlich eine hohe Fahrplantreue. Damit könne man für die einzelnen Standorte langfristig in die Zukunft planen.
Einen Vorteil bietet die Verlagerung zudem auch für Autofahrer. «Damit werden zwischen der Verteilzentrale Schafisheim und der Stadtmitte Zürich zukünftig bis zu 8100 Staustunden pro Jahr vermieden», verkündet Coop.
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Die EU dreht den Gashahn zu: Bis spätestens Ende 2027 will Brüssel vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Damit wollen sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem wird es Russland erschwert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den Milliardengewinnen aus Energielieferungen zu finanzieren.
05.12.2025
Juso-Erbschaftssteuerinitiative ist am Ständemehr gescheitert
In der Schweiz wird es vorderhand keine nationale Erbschaftssteuer zugunsten des Klimas geben. Die Juso-Volksinitiative «für eine Zukunft» ist gemäss Angaben des Bundesamts für Statistik (BFS) am Ständemehr gescheitert. Applaus gab es bei den Abstimmungssiegern aber auch bei den Verlierern, der Juso. «Wir haben es geschafft, über ein Jahr über unsere grössten Krisen zu sprechen», so die Juso-Präsidentin Mirjam Hostetmann.
30.11.2025
Ifo-Index sinkt – «Deutsche Wirtschaft zweifelt an baldiger Erholung»
STORY: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend wieder verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im November um 0,3 auf 88,1 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Ökonomen hatten hingegen mit einem Mini-Anstieg auf 88,5 Zähler gerechnet. «Die Unternehmen haben doch länger erwartet, dass im kommenden Jahr durch das viele Geld, das die Politik sich leiht und unter die Leute bringt, dass da ein Aufschwung kommt, und man hat ausserdem erwartet, dass die neue Bundesregierung Reformen verabschiedet im Herbst über die Schulden hinaus. Und jetzt gibt es doch eine gewisse Skepsis, ob das was wird. Erstmal sieht man, dass nach den Plänen, die wir derzeit haben, das zusätzlich aufgenommene Geld teilweise gar nicht in zusätzliche Investitionen fliesst, sondern Haushaltslöcher stopft. Das ist nicht gut. Und die Reformen bleiben aus oder weisen sogar in die falsche Richtung, wenn wir etwa an die Rentenreform denken, die treibt ja die Kosten für künftige Bundeshaushalte in die Höhe. Das heisst, höhere Steuern, möglicherweise auch höhere Beitragssätze in der Rentenversicherung, und da sagt die Wirtschaft, das hilft uns nicht.» Mit Blick auf den Streit um die Rentenreform forderte Fuest die Beteiligten auf, noch mal nachzudenken. «Die Renten müssen dauerhaft langsamer steigen als die Löhne. Das gilt auch für die Pensionen, da haben wir ähnliche Probleme, und entsprechend sollte sich die Politik verhalten, aber derzeit weitet die Politik eher die Rentenleistung aus und sie steuert damit in die falsche Richtung. Deshalb haben wir eben gefordert, das gesamte Paket nochmal zurückzuziehen. Es soll ja eine Rentenkommission geben, die sollte man mal anhören und dann solide entscheiden.» Nach einem Schrumpfen im Frühjahr und einer Stagnation im Sommer dürfte die deutsche Wirtschaft im laufenden Schlussquartal 2025 nach Einschätzung der Bundesbank wieder leicht wachsen. Ein spürbares Anziehen der Konjunktur erwarten Fachleute aber erst für das kommende Jahr.
24.11.2025
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Juso-Erbschaftssteuerinitiative ist am Ständemehr gescheitert
Ifo-Index sinkt – «Deutsche Wirtschaft zweifelt an baldiger Erholung»