Credit-Suisse-Präsident soll auf Vergütung verzichten

dor

30.3.2021

CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner. (Archivbild)
Bild: Keystone/Ennio Leanza

Urs Rohner, der langjährige Verwaltungsratschef der Credit Suisse, soll auf weitere Vergütungen durch die Bank verzichten. Das fordert nach dem Kollaps einer US-Investmentfirma einer der wichtigsten Aktionäre der Grossbank.

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30.3.2021

Nach den jüngsten Fehltritten der Credit Suisse (CS) fordert einer der grössten Aktionäre der Schweizer Grossbank deren Verwaltungsratspräsidenten Urs Rohner zu einer Lohnkürzung auf. «Angesichts der jüngsten Ereignisse und früherer Performance halte ich es für angebracht, dass Herr Rohner auf eine weitere Vergütung durch die Credit Suisse verzichtet», schreibt David Herro, Chief Investment Officer beim US-Vermögensverwalter Harris Associates, in einer am Montag an die US-Nachrichtenagentur Bloomberg gemailten Stellungnahme.

Rohner tritt nach der CS-Generalversammlung am 30. April ab. Ihm stehen laut «Tages-Anzeiger» für das Geschäftsjahr 2020 Lohn und Boni von insgesamt rund 4,7 Millionen Franken zu.

Herros Aufruf erfolgte, nachdem die CS am Montagmorgen vor erheblichen Verlusten durch den Ausstieg aus Positionen bei einer US-Investmentfirma gewarnt hatte. Die Bank nannte den Namen der Firma zwar nicht, doch Finanzkreisen zufolge handelt es sich um Archegos Capital von Gründer Bill Hwang, einem ehemaligen Hedgefonds-Mogul, der sich vor Jahren des Insider-Handels schuldig bekannte.

Für die CS ist der Zahlungsausfall bei Archegos Capital nach der Pleite des britisch-australischen Finanzunternehmens Greensill der zweite kostspielige Problemfall innerhalb von wenigen Wochen.



Archegos-Debakel lässt CS-Aktie abstürzen

Der Kurs der CS-Aktie brach am Montag um rund 14 Prozent ein. Die Aktie hat unter Rohner, der seit 2011 dem Verwaltungsrat vorsteht, mehr als 70 Prozent ihres Werts eingebüsst.

Laut Bloomberg wollte die CS zur Forderung von Harris Associates keine Stellung nehmen.