Leser zu den sinkenden Renten «Nächstes Jahr bin ich weg aus der Schweiz»

Samuel Walder

8.8.2025

Die Rente in der Schweiz ist nicht mehr das was es einmal war. Seit 2002 ist die AHV um 40 Prozent gesunken. 
Die Rente in der Schweiz ist nicht mehr das was es einmal war. Seit 2002 ist die AHV um 40 Prozent gesunken. 
Alicia Windzio/dpa

Seit 2002 sind die Renten in der Schweiz real deutlich gesunken – vor allem aus der zweiten Säule. Viele blue-News-Leserinnen und Leser reagieren mit Wut, Resignation oder drastischen Vorschlägen.

Samuel Walder

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Laut dem Pensionierungs-Barometer 2025 sind die AHV- und Pensionskassenrenten seit 2002 um durchschnittlich 16 % gesunken, in der zweiten Säule sogar um 40 %.
  • Leserreaktionen reichen von Kritik an Verwaltungskosten, fehlendem Teuerungsausgleich und politischer Mittelverwendung bis hin zu Auswanderungsplänen aus finanziellen Gründen.
  • Mehrere Kommentierende fordern grundlegende Reformen, etwa bessere Absicherung für Kleinverdiener, höhere Rentenbeträge oder verstärktes privates Sparen.

Die aktuelle Studie des Pensionierungs‑Barometers 2025 zeigt einen klaren Trend: Seit 2002 sind die Renten aus AHV und Pensionskassen im Durchschnitt um 16 Prozent gesunken, wobei die Leistungen der zweiten Säule sogar um 40 Prozent eingebrochen sind. Die Leserinnen und Leser bei blue News kommentieren mit grossem Frust – und teils drastischen Forderungen.

Leser*in «Fiofrienei23» kritisiert scharf, wie in der Schweiz mit Beiträgen und Zuschüssen umgegangen wird. «Fiofrienei23» stört sich an hohen BVG-Zuschüssen für städtische Angestellte und am grossen Verwaltungsapparat: «RAV, Krankenkassen, Ärzte und Spitäler – alle greifen tief in unsere Beiträge.» 

Der Leser «Enrico» hat für sich bereits Konsequenzen gezogen: «Bin nächstes Jahr 60 und werde die Schweiz Richtung Asien verlassen. Dort kann ich mit meiner PK-Rente gut leben.» Neben finanziellen Gründen freut er sich auch, dem Winter zu entfliehen – in der Schweiz müsste er bis 65 weiterarbeiten, um über die Runden zu kommen.

«Seit 20 Jahren warten wir auf den Teuerungsausgleich»

Der Leser «Colorless-Ratificati» berichtet aus Sicht der Pensionierten: «Es gibt Rentner, die seit 20 oder mehr Jahren vergeblich auf einen gerechtfertigten Teuerungsausgleich warten.» Er wirft den Pensionskassen vor, Gewinne zu reduzieren, um die gesetzliche Mindestverzinsung einzuhalten, während das Management gut bezahlt werde.

Für «winigerch» sind die Ursachen klar: «Wo sind unsere Einzahlungen hin? Ins Ausland, in hohe Löhne unserer Politiker, ins Asylwesen, in soziale Ausgaben für Ausländer?» Der Leser sieht Rentnerinnen und Rentner am stärksten von Armut betroffen und fordert den Bundesrat zu einer «gesunden Politik zum Wohle der Schweizer» auf.

«Rechnet von unten, nicht von oben»

Der Leser «Chappatzen20» kritisiert die Annahme von Jahreseinkommen um 100’000 Franken als Berechnungsbasis: «Es sollte doch von unten her gerechnet werden, damit auch Kleinverdiener im Alter anständig leben können.» Für ihn wären 5’000 bis 6’000 Franken pro Monat für jeden Bürger im reichen Land Schweiz machbar – wenn die Politik es wolle.

Der Leser «Josiplu81» erinnert sich an die Versprechen zu Beginn seiner Berufslaufbahn: «Als ich 1981 mit 19 Jahren ins Berufsleben einstieg, wurde ein Besitzstand von 80 % des letzten Lohnes angenommen. Heute sind es nur noch 65 % – trotz Vollzeitarbeit.» Sein Rat: privat sparen.