IT-Panne ruiniert FirmaDaten gelöscht – Sarner Druckerei muss für immer schliessen
Sven Ziegler
25.3.2025
Abächerli Media AG ist konkurs.
Screenshot Google Maps
Die Abächerli Media AG aus Sarnen ist zahlungsunfähig – ein folgenschwerer IT-Fehler und ein harter Markt trieben das Unternehmen in die Insolvenz. 30 Mitarbeitende verlieren ihren Job.
Die traditionsreiche Abächerli Media AG aus Sarnen (OW) ist zahlungsunfähig – rund 30 Mitarbeitende verlieren ihre Stelle. Besonders brisant: Auslöser für die Insolvenz war ein gravierender Fehler eines externen IT-Dienstleisters, der das Unternehmen in die Knie zwang.
Wie die Druckerei auf ihrer Website mitteilt, wurden im Juni 2022 durch einen Fehler sämtliche Daten, Anwendungen und auch die Sicherungen auf den Servern gelöscht. «Unsere Firma stand danach rund zehn Wochen lang komplett ohne ERP-System da», heisst es in der Mitteilung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung. In dieser Zeit konnte der Betrieb praktisch nicht weitergeführt werden. Das gesamte IT-System musste neu aufgebaut werden – ein Kraftakt mit schweren wirtschaftlichen Folgen.
Der geschätzte Schaden beläuft sich auf über 750'000 Franken. Die Haftpflichtversicherung des externen IT-Partners kam jedoch nur für einen Bruchteil davon auf. Eine vollständige Erholung blieb aus – mit langfristigen Konsequenzen: Nun steht das 1956 gegründete Unternehmen vor dem wirtschaftlichen Aus.
Umsätze 2024 stark eingebrochen
Laut «Luzerner Zeitung» erfuhr die betroffene IT-Firma erst durch eine Medienanfrage von den öffentlich erhobenen Vorwürfen. Der Inhaber habe zunächst Gesprächsbereitschaft signalisiert, dann aber erklärt, keine Stellung beziehen zu wollen. Für ihn sei der Fall abgeschlossen.
Doch nicht nur die IT-Katastrophe brachte das Unternehmen ins Wanken. Die Abächerli Media AG war – wie viele Betriebe in der Druckbranche – seit längerem einem rückläufigen Markt ausgesetzt. Zwar behauptete sich die Firma laut eigenen Angaben bis Mitte 2024 noch besser als viele Mitbewerber. Doch danach brachen die Umsätze stark ein. Gegenmassnahmen konnten die Lage nicht entscheidend stabilisieren. Am 7. März 2025 kündigte schliesslich die Hausbank sämtliche Verträge. Die Folge: akute Zahlungsunfähigkeit.
Der Verwaltungsrat sah sich gezwungen, die Bilanz zu deponieren und den Konkurs anzumelden.