Der Postfinance laufen die Kunden davon

tmsc

28.5.2019

Viele Postfinance-Kunden zeigten sich unzufrieden mit den neuen Gebühren und haben in den vergangenen Monaten ihre Konti gekündigt. (Symbolbild)
Bild: Keystone/Christian Beutler

Dass die Postfinance seit Anfang des Jahres bei etlichen ihrer Kunden Gebühren einzieht, kommt nicht gut an. Abertausende Klienten haben bereits ihr Konto gekündigt.

Die Zeit der kostenlosen Führung eines Kontos ist für viele Postfinance-Kunden seit Neujahr 2019 vorbei. Aus diesem Grund verlangt die Postbankentochter von nahezu all seinen Klienten eine monatliche Kontoführungsgebühr in Höhe von fünf Franken – doch das hat nun etliche Kunden verprellt, wie «Blick» vermeldet. 

«Ich bin mir bewusst, dass die neuen Preise unseren Kundinnen und Kunden verständlicherweise wenig Freude bereiten», liess Hansruedi Köng, seines Zeichens Postfinance-Chef, bereits vor einigen Monaten verlauten. Er sollte Recht behalten.

In diesem Zusammenhang kam es auch zu weiteren Erhöhungen: Monatliche Kontoauszüge in physischer Form schlagen nun mit einem Franken zu Buche, für telefonische Saldoauskünfte oder auch für Auskünfte am Postschalter ohne entsprechende Postfinance Card müssen die Kunden vier Franken berappen. Für jede Postfinance Card müssen Geschäftskunden neuerdings 30 Franken blechen – und zwar jährlich.

Köng hat sich nun erstmals zu den Folgen der Preiserhöhungen geäussert. «Über den Daumen gepeilt haben wir 60'000 bis 70'000 Kundenbeziehungen wegen der Gebühren verloren», erklärte er gegenüber dem «Tagesanzeiger». Über das finanzielle Wohlergehen der Postbankentochter muss aber voraussichtlich niemand besorgt sein – schliesslich konnte sich die Postfinance dank der angepassten Gebühren auch über neue Einnahmequellen freuen.

Das Verhältnis von Einnahmen und Verlusten machte Köng bislang aber noch nicht transparent: «Das werden wir mit den Halbjahreszahlen ausweisen.»

Allerdings lässt sich anhand folgender Aussage des Postfinance-Chefs durchaus eine Tendenz ablesen: «Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft konnten wir im ersten Quartal eine Ergebnisverbesserung von 12,2 Millionen Franken erzielen. Hauptgrund für die Zunahme waren die Gebührenerhöhungen.» 

«Neue, breit angelegte Gebührenerhöhungen» seien in naher Zukunft allerdings nicht geplant.

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