Reisegigant formiert sich neuDertour Suisse streicht rund 250 Stellen
SDA
2.12.2025 - 12:32
Dertour Suisse entlässt 250 Personen.
Dertour Suisse
Drei Monate nach der Übernahme von Hotelplan schreitet die Integration bei Dertour Suisse voran: Mit einem Umbau der IT, einem verschlankten Filialnetz und dem Aus für die Marke Travelhouse verändert sich die Schweizer Reisewelt spürbar.
Der Reisekonzern Dertour Suisse setzt nach der Übernahme von Hotelplan zu Einschnitten an. Bis Ende 2027 würden voraussichtlich rund 250 Stellen abgebaut, teilte der Kuoni-Besitzer am Dienstag mit. Auch 15 Filialen werden geschlossen.
Drei Monate nach der Übernahme der Hotelplan-Gruppe (mit Ausnahme des Ferienhausvermieters Interhome) schreite die Integration zügig voran. Dafür habe Dertour Suisse eine neue Struktur für die gemeinsame Organisation entwickelt, die am Dienstagmorgen den Angestellten vorgestellt wurde.
Der Stellenabbau betrifft vor allem die IT und den Einkauf, wie ein Dertour-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP sagte. Dabei wird auch das Vertriebsnetz verkleinert. Bis Ende 2026 würden voraussichtlich 15 Filialen aus wirtschaftlichen Gründen zusammengelegt.
Welche Reisebüros betroffen seien, werde später bekannt gegeben, sagte der Dertour-Sprecher: «Unter welcher Marke die Filialen künftig auftreten, wird für jeden Standort individuell geprüft.»
Der Reisekonzern werde künftig voraussichtlich 120 Filialen in der Schweiz weiterbetreiben. Damit habe man das landesweit grösste Netz an Reisebüros, hiess es. Das Personal der Filialen werden man auch bei der Zusammenlegung grossteils übernehmen können, sagte der Dertour-Sprecher: «Dort wird vor allem die Führungsstruktur verschlankt.»
IT gebündelt
Zudem wird die IT zusammengelegt. Grundlage dafür sei die technologische Plattform des deutschen Mutterkonzerns Dertour Group für Reservierung, Buchung, Einkauf und Produktion. Neu sollen neben den Dertour-Marken Kuoni und Helvetic Tours künftig auch die Marken Hotelplan und Migros Ferien vom gemeinsamen System profitieren. Der Einkauf von Dertour Suisse wird in Deutschland gemacht.
Zu einer Restrukturierung kommt es auch bei den Spezialreisen: Hier verschwindet die Hotelplan-Marke Travelhouse, wie der Sprecher sagte. Das Reiseangebot von Travelhouse werde von den neun Kuoni-Spezialistenmarken übernommen.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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