AutoindustrieDeutsche Autobauer fallen im Vergleich zur Konkurrenz zurück
SDA
30.3.2025 - 04:15
VW, BMW und Mercedes hinken der Mehrzahl der andere Konzerne gemäss einer Analyse hinterher. (Archivbild)
Keystone
Deutschen Autokonzerne ist es im vergangenen Jahr schlechter ergangen als vieler ihrer Wettbewerber. Das zeigte eine Analyse, für die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY die Zahlen der 16 weltweit führenden Hersteller auswertete.
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30.03.2025, 04:15
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Gemessen an der Umsatzentwicklung lief es demnach nur bei Stellantis schlechter. Die Opel-Mutter verzeichnete ein Minus von 17 Prozent. VW erwirtschaftete 2024 noch ein leichtes Umsatzplus, BWM und Mercedes-Benz machten weniger Geschäft, wie die Analyse zeigte. Insgesamt seien ihre Erlöse um 2,8 Prozent gesunken.
Zum Vergleich: Der Umsatz aller untersuchten Unternehmen legte 2024 um 1,6 Prozent zu und übersprang die Marke von zwei Billionen Euro. Das deutsche Trio machte mit einem Erlös von fast 613 Milliarden Euro zwar immer noch rund 30 Prozent aus. Der Anteil am Gesamtumsatz sank im Vorjahresvergleich aber.
Auch beim operativen Gewinn hinkten VW, BMW und Mercedes der Mehrzahl der andere Konzerne deutlich hinterher. Besser als die deutschen Unternehmen entwickelten sich demnach vor allem japanische Hersteller und US-Autobauer.
EY-Experte: Der Wind hat sich gedreht
Für die deutschen Hersteller läuft es laut EY-Marktbeobachter Constantin Gall nicht rund: «Der Absatz entwickelt sich schwach, die hohen Investitionen in die Elektromobilität amortisieren sich nicht, weil die Nachfrage bei weitem nicht so stark ist wie erhofft.» Hinzu kommen ihm zufolge hausgemachte Probleme wie teure Software-Fehlschläge, Restrukturierungskosten und Rückrufe.
Noch im Jahr 2023 sei es gerade den Premiumherstellern gelungen, hohe Preise durchzusetzen, erklärte Gall. Doch der Wind habe sich gedreht. Die Wirtschaftslage und globale Konflikte liessen die Nachfrage deutlich sinken. Der Wettbewerb werde wieder verstärkt über den Preis ausgetragen. Ausserdem bereiten den Deutschen vor allem asiatische Hersteller mit ihren innovativen und gleichzeitig preiswerten Fahrzeugen immer grössere Sorgen.
Krise in der Autoindustrie
Die Autoindustrie steckt angesichts schwacher Konjunktur in der Krise und leidet unter der niedrigeren Nachfrage vor allem nach E-Autos. Mehrere Hersteller und Zulieferer kündigten in den vergangenen Monaten bereits Sparprogramme mit Stellenabbau an.
Deutlich verschärfen dürfte sich durch den Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten: In der vergangenen Woche hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen wahr gemacht und für Anfang April Zusatzzölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Autoimporte angekündigt. Vor allem für die Hersteller aus Deutschland kommt das zur Unzeit. Denn die USA sind nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts ihr wichtigster Exportmarkt. Kein anderes Land nahm so viele neue Pkw aus Deutschland ab wie die Vereinigten Staaten.
Gall: «Man kann sich nicht gesund sparen»
In laufenden Jahr rechnet Gall nicht mit einer positiven Trendwende – weder beim Absatz noch bei Umsatz und Gewinn: «In Europa lahmt die Konjunktur, in den USA dürften die jetzt eingeführten Zölle erhebliche Absatzeinbussen zur Folge haben und in China herrscht ein erbitterter Verdrängungswettbewerb, der stark über den Preis ausgetragen wird». Die Unternehmen müssten jetzt ihre Hausaufgaben machen. An einer strategischen Neuausrichtung und einer Fokussierung auf den Markenkern führe kein Weg vorbei. Ein Sparkurs könne nur Mittel zum Zweck sein, um die eigene Transformation zu finanzieren «Man kann sich nicht gesund sparen», sagte Gall.
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
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