KonjunkturDeutsche Wirtschaft wächst Ende 2025 stärker als gedacht
SDA
30.1.2026 - 11:07
Nach zwei Jahren Rezession wächst die deutsche Wirtschaft 2025 wieder leicht. Das Schlussquartal fällt sogar positiver aus als erwartet. Dennoch lässt der grosse Aufschwung auf sich warten. (Im Archivbild ein Werk des Chemiekonzerns BASF)
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Nach zwei Jahren Rezession wächst die deutsche Wirtschaft 2025 wieder leicht. Das Schlussquartal fällt sogar positiver aus als erwartet. Dennoch lässt der grosse Aufschwung auf sich warten.
Keystone-SDA
30.01.2026, 11:07
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Im Schlussquartal 2025 legte das Bruttoinlandprodukt (BIP) zum Vorquartal etwas stärker zu als zunächst angenommen. Es resultierte ein Plus von 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag bekannt gab.
In einer ersten Annahme war die Statistikbehörde von 0,2 Prozent Wirtschaftswachstum ausgegangen. Vor allem die privaten und die staatlichen Konsumausgaben nahmen zu, wie es hiess.
Für das Gesamtjahr 2025 bestätigte die Behörde frühere Angaben: Mit 0,2 Prozent Plus schrammte Deutschland knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbei. In den Jahren 2023 (minus 0,9 Prozent) und 2024 (minus 0,5 Prozent) war Europas grösste Volkswirtschaft in die Rezession gerutscht.
Hoffen auf staatliche Milliarden
Im laufenden Jahr dürften staatliche Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Strassen und Schienen sowie für Verteidigung für Auftrieb sorgen. Helfen dürfte der Konjunktur auch, dass es 2026 mehr Arbeitstage gibt, weil mehr Feiertage auf ein Wochenende fallen.
So rechnet etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) damit, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,1 Prozent wachsen wird. Die Bundesregierung erwartet ein Plus von 1,0 Prozent.
Einen spürbaren Aufschwung erwarten Ökonomen erst ab 2027, wenn die gewaltigen Summen, die der Staat in die Hand nimmt, ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die so ermöglichten Ausgaben kein Strohfeuer erzeugen, seien Reformen zwingend.
Exporte unter Druck
Für Unsicherheit sorgt weiterhin US-Präsident Donald Trump, der immer wieder mit neuen Zöllen droht. Im vergangenen Jahr liessen höhere Zölle die Ausfuhren «Made in Germany» in Deutschlands wichtigstes Exportland USA einbrechen.
Die Exporte schrumpften um 0,3 Prozent und damit das dritte Jahr in Folge. Auch die Konkurrenz aus China macht der Exportnation Deutschland zu schaffen. Das belastet die Industrie, wo insbesondere im Autobau Zehntausende Stellen gestrichen wurden.
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
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«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
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Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
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