Doch ein Darlehen? Dokumente stellen zentralen Vorwurf gegen Pierin Vincenz infrage

Noemi Hüsser

31.5.2026

Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz im Jahr 2015. (Archivbild)
Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz im Jahr 2015. (Archivbild)
KEYSTONE

Neue Dokumente könnten einen zentralen Anklagepunkt im Fall Pierin Vincenz ins Wanken bringen. Sie deuten darauf hin, dass eine Zahlung tatsächlich als Darlehen gedacht war – und nicht als Gewinn aus einer Firmenbeteiligung.

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Keystone-SDA, Noemi Hüsser

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Neue Dokumente deuten laut «NZZ am Sonntag» darauf hin, dass eine Zahlung von 2,9 Millionen Franken an Pierin Vincenz ein echtes Darlehen und kein verdeckter Beteiligungserlös war.
  • Der Fall betrifft Investnet, einen zentralen Anklagepunkt im Raiffeisen-Verfahren.
  • Die neuen Unterlagen waren damals nicht Teil der Gerichtsakten. 

Neue Dokumente stellen laut der «NZZ am Sonntag» einen zentralen Vorwurf im Fall Pierin Vincenz infrage. Chats, E-Mails und Entwürfe für Darlehensverträge würden darauf hindeuten, dass eine Zahlung von 2,9 Millionen Franken des ehemaligen Aduno-Chefs Beat Stocker an Vincenz ein echtes Darlehen und kein verdeckter Erlös aus einer Firmenbeteiligung gewesen sei.

Die Dokumente beträfen den Fall Investnet, einen wichtigen Anklagepunkt im Raiffeisen-Verfahren. Das Bezirksgericht Zürich habe 2022 die Darstellung eines Darlehens als Schutzbehauptung gewertet und die Zahlung als Teil eines unrechtmässigen Geschäfts eingestuft.

Zürcher Obergericht wird Fall neu beurteilen

Die nun aufgetauchten Unterlagen seien damals nicht berücksichtigt worden und fehlten in den Gerichtsakten. Der Anwalt von Stocker habe die Dokumente inzwischen als Beweisanträge beim Zürcher Obergericht eingereicht. Dieses werde den Fall im Berufungsverfahren ab August neu beurteilen.