Börse in New York bricht ein – Trump erklärt Fed für «verrückt»

11.10.2018 - 08:00, SDA/AP/dpa/uri

Die Zeichen stehen auf Ausverkauf. Der New Yorker Aktienmarkt hat am Mittwoch einen seiner bisher schlimmsten Tage im Jahr 2018 erlebt. US-Präsident Trump nutzt das zu einem weiteren Angriff auf die Notenbank Fed.

Der sich fortsetzende Handelsstreit zwischen den USA und China und die Furcht vor weiter steigenden Zinsen am US-Anleihemarkt setzten den Kursen zur Wochenmitte erneut zu. Damit verstärkten sie die seit einigen Tagen zu beobachtende Abwärtsdynamik.

Über 4 Prozent im Minus

So brach der technologielastige Nasdaq 100, der Anfang Oktober mit etwas über 7700 Punkten noch eine Bestmarke erreicht hatte, um 4,44 Prozent auf 7044,50 Punkte ein. Dies war der höchste Tagesverlust in diesem Jahr. Kaum besser erging es dem Nasdaq Composite mit minus 4,08 Prozent.

Aber auch der Dow erlebte am Mittwoch einen schwarzen Tag mit einem Verlust von 3,15 Prozent auf 25'598,74 Punkte. Allerdings hatte der Leitindex in diesem Jahr Anfang Februar mit einem Minus von mehr als viereinhalb Prozent an einem einzigen Tag noch stärker verloren.

Auch Börsen in Asien fallen

Am Donnerstagmorgen rutschten auch die asiatischen Börsen ins Minus. Der Nikkei-Index in Tokio lag gegen Mittag rund vier Prozent im Minus. In Hongkong gab der Hang-Seng-Index zunächst um fast vier Prozent nach.

In China ging es ebenfalls kräftig bergab: Der Shanghai-Composite-Index fiel am Vormittag um 4,34 Prozent, während der Shenzhen-Component-Index sogar um 5,19 Prozent nachgab.

Weitere Strafzölle geplant

Vor dem Treffen der G20-Finanzminister auf der indonesischen Insel Bali bahnt sich nun ein neuer Streit zwischen China und den USA an. US-Finanzminister Steven Mnuchin warnte Peking vor einer Abwertung der chinesischen Währung, um sich Handelsvorteile zu verschaffen. Daneben schwelt der Handelskonflikt beider Länder weiter.

Laut US-Präsident Donald Trump ist die chinesische Regierung noch nicht bereit für eine Einigung, weshalb einige Treffen mit chinesischen Offiziellen abgesagt worden seien. Trump drohte erneut mit weiteren Sonderzöllen auf chinesische Waren im Wert von 267 Milliarden Dollar.

Trump teilt aus

Die schweren Kursverluste an der New Yorker Börse hat US-Präsident Donald Trump zum Anlass für scharfe Kritik an der Notenbank Federal Reserve genommen. Die Fed «ist verrückt geworden», sagte er am Mittwoch vor Reportern bei der Ankunft in Erie im Staat Pennsylvania, wo er eine Kundgebung abhielt. Zudem warf er der Notenbank vor, mit Blick auf Zinserhöhungen «einen Fehler zu machen».

Zugleich nannte Trump die Kursverluste «eine Korrektur, auf die wir seit einer langen Zeit gewartet haben». Trump hat Rekorde am Aktienmarkt in seiner Amtszeit oft als Beleg für seine Erfolge herangezogen.

Lagarde auf Distanz zu Trump

IWF-Chefin Christine Lagarde hat US-Präsident Donald Trump nach dessen Kritik an Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed widersprochen. Die Erhöhung von Leitzinsen sei in Ländern mit verbessertem Wirtschaftswachstum und zunehmender Inflation eine «notwendige Entwicklung», sagte Lagarde am Donnerstag am Rande der IWF-Jahrestagung auf der indonesischen Insel Bali. Solche Entscheidungen der Zentralbanken seien «unvermeidbar», sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds.

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