Lufthansa greift durch Einstellungsstopps und Kürzungen für Mitarbeitende bei der Swiss

Samuel Walder

15.4.2026

Die Fluggesellschaft Swiss baut ihr Kurzstrecken-Netz aus. (Archivbild)
Die Fluggesellschaft Swiss baut ihr Kurzstrecken-Netz aus. (Archivbild)
sda

Steigende Kosten und geopolitische Spannungen zwingen die Lufthansa zum Handeln: Mit einem harten Sparprogramm trifft der Konzern nun direkt die eigene Belegschaft.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Lufthansa-Gruppe verschärft wegen steigender Kosten und geopolitischer Unsicherheiten ihr Sparprogramm und verhängt unter anderem einen Einstellungsstopp.
  • Weitere Massnahmen betreffen Reiseverbote, gekürzte Budgets, weniger Weiterbildungen sowie strengere Regeln für externe Berater.
  • Für Kritik sorgt, dass gleichzeitig die Vergütung im Topmanagement deutlich gestiegen ist.

Die Lufthansa-Gruppe greift durch – und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr. Steigende Kerosinpreise und die geopolitischen Spannungen rund um den Iran setzen den Konzern massiv unter Druck. Jetzt folgt der nächste Sparschritt – und der trifft die Belegschaft direkt.

Bereits im März sorgte eine interne Entscheidung für Stirnrunzeln: Flugzeuge auf Kurzstrecken werden seither seltener gereinigt. Nun zeigt sich, dass dies nur der Anfang war. Wie der «Blick» berichtet, soll ein internes Schreiben, die Belegschaft über die Massnahmen indormieren.

In der E-Mail informiert Lufthansa-Manager Dieter Vranckx (53) die Mitarbeitenden über einen sofortigen Einstellungsstopp. Auch Geschäftsreisen mit Übernachtungen im Hotel sind ab sofort untersagt. Doch damit nicht genug: Weiterbildungen und Team-Events werden zurückgefahren, Projektbudgets pauschal um zehn Prozent gekürzt. Neue Verträge mit externen Beratern sind tabu, bestehende müssen neu verhandelt werden.

Gehalt steigt bei CEOs

Als Grund nennt das Management die «steigende ökonomische Unsicherheit», schreibt der «Blick». Gleichzeitig nimmt der Konzern auch Flotte, Streckennetz und Preise unter die Lupe.

Für Unmut sorgt dabei ein anderes Detail: Erst Anfang April wurde bekannt, dass die Chefetage deutlich besser verdient. So stieg etwa das Gehalt von Ex-Swiss-Chef Dieter Vranckx von rund 500'000 Euro auf über 2,1 Millionen Euro.

Offiziell hält sich der Konzern bedeckt. Lufthansa wollte keine weiteren Angaben zu den Sparmassnahmen machen und erklärte lediglich: «Intern getätigte Aussagen kommentieren wir grundsätzlich nicht.» Die Swiss bestätigt hingegen, dass auch sie betroffen ist. Mediensprecher Michael Pelzer betont jedoch, das Schreiben enthalte «grundsätzlich keine neuen Informationen», da die Belegschaft bereits zuvor intern informiert worden sei.