Schwab widerspricht BrendeEpstein-Enthüllungen bringen WEF-Spitze in Bedrängnis
Sven Ziegler
5.2.2026
WEF-CEO Borge Brende muss sich erklären.
KEYSTONE
Neue Dokumente aus den Epstein-Files bringen den CEO des World Economic Forum, Børge Brende, in Erklärungsnot. Interne Nachrichten und gemeinsame Treffen mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein widersprechen früheren Aussagen.
Die Epstein-Files bringen jetzt auch WEF-Chef Børge Brende in Erklärungsnot. Neu veröffentlichte Akten dokumentieren mindestens drei gemeinsame Abendessen zwischen Børge Brende und Jeffrey Epstein in New York sowie 27 Nachrichten, die zwischen 2018 und 2019 ausgetauscht wurden. In den Mails und Chats ist von einem vertrauten Ton die Rede; Brende bezeichnete Epstein dabei unter anderem als «brillanten Gastgeber», wie der «Blick» am Donnerstag berichtet.
Die Kontakte fallen in Brendes Zeit als Präsident und CEO des World Economic Forum mit Sitz in Cologny bei Genf. Epstein war zu diesem Zeitpunkt bereits seit 2008 wegen Sexualdelikten verurteilt.
Noch im November erklärte Brende gegenüber der norwegischen Zeitung «Aftenposten», er habe keinen Kontakt zu Epstein gehabt und nie um ein Treffen gebeten. Nach Veröffentlichung der neuen Dokumente räumte Brende ein, diese Darstellung sei «nicht korrekt» gewesen. Er habe die damalige Frage «anders verstanden» und bedaure, Epsteins Hintergrund nicht genauer geprüft zu haben.
Schwab widerspricht Darstellung von Brende
Gegenüber norwegischen Medien sagte Brende inzwischen, er habe nichts von Epsteins Straftaten gewusst und bereue die Treffen zutiefst.
Besonders brisant: Laut einem Bericht der NZZ erklärte Brende in einem internen Schreiben an den WEF-Stiftungsrat, er habe die Führung des Forums nach Bekanntwerden der Anklage gegen Epstein im Jahr 2019 informiert. Gemeint sei damit Klaus Schwab.
Schwab widerspricht dieser Darstellung vehement. Gegenüber Blick sagte der WEF-Gründer, er sei nie über Brendes Kontakte zu Epstein informiert worden – weder mündlich noch schriftlich. Er habe ein solches Verhalten «niemals gutgeheissen» und darüber auch die WEF-Leitung sowie die Eidgenössische Stiftungsaufsicht informiert. Sollten Brendes Aussagen weiterverbreitet werden, behält sich Schwab rechtliche Schritte vor.
Das WEF hat inzwischen eine unabhängige externe Überprüfung angekündigt. Solange diese läuft, wollten sich weder das Forum noch Brende weiter äussern. Die Untersuchung soll unter anderem klären, ob Schwab tatsächlich informiert war und ob interne Compliance-Regeln verletzt wurden.
In Norwegen fordern erste Stimmen Konsequenzen. Die liberale Parteichefin Guri Melby sagte dem Portal «Nyhetsblikk», Brendes Umgang mit den Enthüllungen werfe grundlegende Fragen zur Glaubwürdigkeit auf. Er müsse prüfen, ob er als WEF-Präsident noch tragbar sei.