BankenEthos kritisiert UBS-Vergütungsbericht und -Aktienrückkauf
SDA
27.3.2025 - 08:10
UBS wird von Ethos für Vergütungsbericht und Aktienrückkauf kritisiert (Archivbild)
Keystone
Die Grossbank UBS steht im Vorfeld der Generalversammlung vom 10. April in der Kritik. Die Aktionärsvereinigung Ethos empfiehlt den Aktionären, die Vergütungen, das Aktienrückkaufprogramm und den Nachhaltigkeitsbericht abzulehnen.
Keystone-SDA
27.03.2025, 08:10
27.03.2025, 10:11
SDA
«Die Vergütungen der UBS-Leitungsgremien sind im Vergleich mit europäischen Finanzinstituten zu hoch», heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Ethos anerkenne, dass die Bank die Vergütung von CEO Sergio Ermotti für das Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 nicht weiter erhöht habe. Dennoch bleibe das Gehalt eines der höchsten Gehälter in der Schweiz und in Europa.
Moniert wird auch, dass die variablen Vergütungen der Geschäftsleitungsmitglieder maximal das Siebenfache des Grundgehalts betragen können. Dies führe potenziell zu überhöhten Vergütungen. «Solch hohe Zahlungen und der sehr grosse Hebel für die variable Vergütung können zu einer übermässigen Risikobereitschaft verleiten, wie dies die Finanzkrise von 2008 oder jüngst der Zusammenbruch der Credit Suisse gezeigt haben», lässt sich Ethos-Direktor Vincent Kaufmann in der Mitteilung zitieren. Das sei nicht im Interesse langfristig orientierter Aktionäre.
Nachhaltigkeitsbericht mit «wesentlichen Lücken»
Die Aktionärsvereinigung setze sich zudem für eine Verstärkung der Eigenmittel der Bank ein und sei daher gegen das geplante neue Aktienrückkaufprogramm. Der Vorschlag des UBS-Verwaltungsrats, Aktien aufzukaufen und zu vernichten, widerspreche der aktuellen Diskussion über eine Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen für Grossbanken nach dem Kollaps der Credit Suisse, so Ethos weiter.
Die Bank nehme ausserdem bestimmte Nachhaltigkeitsverpflichtungen zurück: Die UBS habe ihre Ambitionen in Bezug auf den Klimawandel, im Bereich Vielfalt und Gleichberechtigung sowie bei den Investitionsausschlusskriterien verwässert. Ausserdem weist der Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns laut Ethos wesentliche Lücken auf. So veröffentliche die UBS etwa nur teilweise die Treibhausgasemissionen in Verbindung mit gewährten Krediten.
UBS stolz auf Leistung
Die UBS wollte die Empfehlungen von Ethos nicht direkt kommentieren. Ein Sprecher verwies auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP lediglich auf Aussagen von Veraltungsratspräsident Colm Kelleher im Geschäftsbericht 2024, welchen die Bank vergangene Woche publiziert hat. Die Kompensation des Managements für das Jahr 2024 widerspiegle den auf Leistung ausgerichteten Ansatz. Und der überwiegende Teil der variablen Vergütung werde über mehrere Jahre aufgeschoben.
Die Teams hätten 2024 Fortschritte bei der Integration gemacht, die Position der UBS als weltweit führende Vermögensverwalterin gestärkt und die Rolle der Bank als ein Motor für den Wohlstand am Schweizer Heimmarkt bestätigt, so Kelleher.
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
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Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
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