Ermotti-Lohn könnte Grenze knacken Über diese Zahl will bei der UBS keiner reden – jetzt werden sogar Banker nervös

ai-scrape

13.3.2025 - 11:59

Die Aktionär*innen der UBS werden den Lohn von CEO Sergio Ermotti wohl genehmigen. Viele Schweizer*innen haben wenig Verständnis für solche Löhne in Millionen-Höhe.
Die Aktionär*innen der UBS werden den Lohn von CEO Sergio Ermotti wohl genehmigen. Viele Schweizer*innen haben wenig Verständnis für solche Löhne in Millionen-Höhe.
Bild: sda

Die UBS wird bald das Gehalt ihres CEO Sergio Ermotti für 2024 bekanntgeben. Das könnte erneut Diskussionen über Managerlöhne auslösen. Ermottis Vergütung steht im Zentrum der Debatte.

Stefan Michel

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Sergio Ermotti könnte für seine Arbeit als CEO der UBS im Jahr 2024 über 20 Millionen Franken Lohn erhalten.
  • Die Höhe der Vergütung des 64-Jährigen bemisst sich unter anderem am Aktienkurs der UBS.
  • Die Öffentlichkeit kritisiert Manager-Löhne in solcher Höhe seit Jahren. Der Ständerat will Banklöhne auf 3 bis 5 Millionen Franken beschränken.
  • Brisant ist zudem, dass die UBS de facto eine Staatsgarantie besitzt, also im Notfall mit Steuergeld gerettet würde. 
  • Am 17. März wird Ermottis Salär im Geschäftsbericht veröffentlicht. An der UBS-Generalversammlung am 10. April entscheiden die Aktionär*innen, ob sie die Vergütung des Managements genehmigen wollen.

Am 17. März kommt aus, wie viel UBS CEO Sergio Ermotti für seine Dienste im Jahr 2024 verdient.

Schon sein Lohn im Jahr davor löste Diskussionen aus: 14,4 Millionen Franken waren es – für neun Monate Arbeit, denn Ermotti steht erst seit der Übernahme der CS auf der Lohnliste der einzigen verbliebenen Schweizer Grossbank.

Die «NZZ» erwartet, dass das Salär des Tessiners für das Jahr 2024 die Grenze von 20 Millionen Franken überschreiten wird. Der nächste Aufreger scheint programmiert.

Öffentlichkeit hat kein Verständnis für Riesen-Saläre

Finanzministerin Karin Keller-Sutter äusserte bereits Unverständnis über die hohen Summen, die sich gewisse Top-Manager auszahlen lassen und konstatierte eine Entkopplung von Wirtschaft und Bevölkerung. Der Ständerat reagierte mit einer Motion, die Banklöhne künftig auf 3 bis 5 Millionen Franken begrenzen soll.

Die Bekanntgabe von Ermottis Gehalt könnte die öffentliche Wahrnehmung der UBS weiter belasten. Nach der Übernahme der Credit Suisse wurde die Bank von einem Retter des Finanzplatzes zu einem potenziellen Problem für das Land.

UBS-Präsident Colm Kelleher räumte im «Blick» ein, dass die Stimmung mit der Veröffentlichung des CEO-Gehalts  im Frühjahr 2024 kippte «wie ein Lichtschalter».

Selbst die unternehmensfreundliche «NZZ» urteilt, ein CEO-Lohn in «Abzocker-Dimensionen» bei einer Bank, die im Notfall wohl erneut Staatsgarantien genösse, schade ihren eigenen Interessen. 

Die Debatte über Managerlöhne ist hierzulande nicht neu. Bereits 2013 wurde die Volksinitiative «gegen die Abzockerei» angenommen. Dennoch machten jüngst auch andere CEOs wie Vas Narasimhan von Novartis und André Krause von Sunrise mit hohen Gehältern Schlagzeilen. 

Ermottis Lohn hängt vom Wert der UBS-Aktien ab

Die UBS hat die Obergrenze für den Aktienanteil von Sergio Ermottis variabler Vergütung erhöht. Dies könnte dazu führen, dass sein Gehalt bei einem «exzellenten Beitrag» zum Unternehmenserfolg über 20 Millionen Franken liegt.

Die Vergütung des UBS-Chefs besteht aus einem Grundgehalt, einem jährlichen Bonus, einem Aktienbonus und einem langfristigen Kapitalbonus.

Die tatsächliche Auszahlung hängt von der Entwicklung des UBS-Aktienkurses ab. Der Aktionärsvertreter Vincent Kaufmann von Ethos warnt, dass die realisierte Vergütung höher ausfallen könnte als die ausgewiesene Summe. Die UBS betont, dass 80 Prozent der variablen Vergütung aufgeschoben und an die nachhaltige Performance der Bank gebunden sind.

Finanzprofessor Rüdiger Fahlenbrach erklärt, dass leistungsgebundene Vergütungen CEOs dazu ermutigen sollen, Projekte mit gutem Ertrags-Risiko-Profil zu verfolgen. Der Langfristbonus DCCP, der in fünf Jahren ausgezahlt wird, soll ebenfalls zur Risikominderung beitragen.

Axel May von HCM International sagt, dass die Vergütungsphilosophie von Banken unterschiedlich ist. Die UBS müsse sich auch international behaupten, um Topkräfte nicht zu verlieren. Amerikanische CEOs verdienen oft deutlich mehr als ihre europäischen Kollegen.

Die Aktionär*innen haben das letzte Wort

Wie hoch Sergio Ermottis Gehalt für das Jahr 2024 ausfallen wird, entscheidet letztlich der Präsident des Verwaltungsrats, Colm Kelleher. Die Aktionär*innen müssen dieses mit dem Vergütungsbericht genehmigen.

Die Abstimmung findet im Rahmen der Generalversammlung der UBS am 10. April in Luzern statt – gut drei Wochen, nachdem das Millionen-Salär mit dem Geschäftsbericht bekannt geworden und in der Folge breit diskutiert worden ist.

Trotzdem wäre es eine Überraschung, würden die Eigentümer der UBS den Lohn ihres CEOs ablehnen.

Der Redaktor hat diesen Artikel mithilfe von KI geschrieben.


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