BankenEZB genehmigt grösseren Unicredit-Anteil an der Commerzbank
SDA
14.3.2025 - 10:40
Die italienische Unicredit baut ihren Anteil an der Commerzbank trotz des Widerstands des deutschen Instituts weiter aus. (Archivbild)
Keystone
Die italienische Unicredit kommt bei einer möglichen Übernahme der deutschen Commerzbank voran: Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) hat keine Einwände gegen, eine Aufstockung des Unicredit-Anteils am deutschen Bankkonzern auf knapp unter 30 Prozent.
Keystone-SDA
14.03.2025, 10:40
SDA
Das teilte Unicredit am Freitag mit. Bei der EZB hiess es, die Entscheidung sei der Unicredit mitgeteilt worden. Die öffentliche Kommunikation liege bei der Bank.
Die EZB prüft Investoren, die zehn Prozent oder mehr an einer Bank besitzen wollen, um sicherzugehen, dass sie geeignete Aktionäre sind.
Bundeskartellamt prüft Unicredit-Einstieg ebenfalls
Auch das deutsche Bundeskartellamt hat ein Auge auf das Verfahren: Ende Februar hat die Unicredit die Übernahme eines Commerzbank-Anteils von bis zu 29,99 Prozent bei der Bonner Wettbewerbsbehörde zur Prüfung angemeldet.
Die Unicredit hatte im September den Teilausstieg des deutschen Staates bei der seit der Finanzkrise 2008/2009 teilverstaatlichten Commerzbank genutzt und war im grossen Stil bei Deutschlands zweitgrösster Privatbank eingestiegen.
Nach jüngsten Angaben kontrolliert das Mailänder Geldhaus gut 28 Prozent der Anteile: 9,5 Prozent direkt über Aktien und 18,5 Prozent über Finanzinstrumente. Bis sie letztere in eine direkte Aktienbeteiligung umwandeln kann, seien noch weitere Genehmigungen von Aufsichtsbehörden nötig, etwa vom Bundeskartellamt, erklärte die Unicredit.
Gespräche mit neuer Bundesregierung angekündigt
Seit Monaten arbeitet Unicredit-Chef Andrea Orcel auf eine Übernahme der Commerzbank hin. Ab einem 30-Prozent-Anteil wäre die Unicredit verpflichtet, den übrigen Commerzbank-Aktionären ein Kaufangebot zu unterbreiten.
Eine Entscheidung, ob die Unicredit wirklich mit der Commerzbank zusammengehen will, werde aber wohl nicht mehr dieses Jahr fallen, erklärte die Unicredit nun weiter: «Kartellverfahren, Gespräche mit wichtigen Stakeholdern und weitere Erwägungen verlängern den Zeitplan weiter.» Man warte zudem auf die Möglichkeit, «einen konstruktiven Dialog mit der neuen Bundesregierung aufnehmen zu können, sobald diese im Amt ist».
Der deutsche Staat hält infolge der Rettung der Commerzbank in der Finanzkrise 2008/2009 mit Steuermilliarden noch gut zwölf Prozent an dem Institut. Aus Bundes- und Landespolitik gab es kritische Stimmen zum Vorgehen der Unicredit.
Heftige Widerstände in der Commerzbank
Die Commerzbank selbst bezeichnet Orcels Vorgehen als «feindlich». Konzern- und Gesamtbetriebsratschef Sascha Uebel will möglichst grossen Widerstand leisten und kündigte an: «Wir machen den Weg, den Orcel im Kampf mit uns gehen muss, maximal matschig und tief», sagte er jüngst der Deutschen Presse-Agentur.
Der Unicredit-Chef wiederum liess zuletzt kaum eine Gelegenheit aus, die Vorzüge eines Zusammenschlusses der beiden Institute zu preisen und auf ungehobenes Potenzial bei der Commerzbank hinzuweisen.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
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