BankenFinanzbranche will sich stärker auf Frauen konzentrieren
SDA
9.10.2023 - 11:06
Eine Frau lässt sich von einem Angestellten der Postfinance in finanziellen Fragen beraten: Frauen investieren bisher deutlich seltener als Männer (Symbolbild).
Keystone
In den kommenden Jahren wird der Reichtum in den Händen von Frauen zunehmen – nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung. Doch bei der Geldanalage halten sich die Frauen oft noch zurück.
Keystone-SDA
09.10.2023, 11:06
SDA
«Frauen sind normalerweise risikoscheuer», sagt Maxime Carmignac, Leiterin des Londoner Büros des gleichnamigen französischen Vermögensverwalters. In ihren Portfolios fänden sich in der Regel mehr Anleihen als Aktien, und im Durchschnitt tätigten sie weniger Transaktionen als Männer.
«Der Mangel an Wissen, Erfahrung und Vertrauen behindert den Einstieg von Frauen in die Welt der Geldanlage, obwohl Ersparnisse vorhanden sind», sagt auch Martina Müller-Kamp, Leiterin der Abteilung Marktdienstleistungen der Graubündner Kantonalbank. Die Expertin nennt als Beispiel die dritte Säule: 60 Prozent der Männer legen Geld an, während es bei den Frauen nur 40 Prozent sind.
Die Situation ändert sich jedoch langsam. «Frauen als Privatanlegerinnen übernehmen zunehmend Verantwortung in der Vermögensverwaltung und im Investmentbereich und kontrollieren derzeit einen Drittel der verwalteten Vermögen», sagt Cristina Catania, Seniorpartnerin bei McKinsey und Co-Leiterin des Segments Vermögensverwaltung und Wealth Management.
Bis 2030 soll laut dem Beratungsunternehmen der Anteil auf 45 Prozent steigen, bei einem erwarteten Gesamtvermögen von 10'000 Milliarden US-Dollar. Laut der Studie werden die Vermögen von Frauen in den kommenden Jahren schneller wachsen als die von Männern, was zum Teil auf ihre höhere Lebenserwartung zurückzuführen ist. Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Vermögen von Frauen wird bis 2030 voraussichtlich 8,1 Prozent betragen, während es bei den Männern nur 2,7 Prozent beträgt.
Produkte für «weibliches» Investieren
Damit Frauen dieses Geld nun vermehrt anlegen, schiessen derzeit Produktangebote für «weibliches» Investieren wie Pilze aus dem Boden. Von frisch gegründeten Start-ups, die Coaching und personalisierte Produkte anbieten, bis hin zu den grossen Namen des Finanzplatzes: die finanzielle Emanzipation der Frauen ist derzeit in aller Munde.
«Die Finanzdienstleister stellen sich teilweise auf diese Entwicklung ein, indem sie spezielle Angebote und Beratungen anbieten», sagt Catania. Da der Markt wächst, «sollten Vermögensverwalter ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Erwartungen von Frauen an den Schalthebeln der Macht entwickeln, ihre Strategien entsprechend anpassen und so zu einem gerechteren und integrativeren Investitionsumfeld beitragen.»
«Wir werden davon profitieren, wenn wir unsere Kommunikation gegenüber weiblichen Kunden verbessern», stimmt Müller-Kamp zu. «Frauen brauchen keine speziellen Produkte, die die Kluft zwischen den Geschlechtern noch vergrössern könnten, aber sie brauchen eine spezielle Ansprache.»
In den letzten vier Jahren hat die Graubündner Kantonalbank mehrere Initiativen in diesem Sinne gestartet: Networking, Webinare und Botschafterinnen sollen weibliche Kunden dazu ermutigen, sich mit Anlageprodukten auseinanderzusetzen. «Meine Botschaft ist: Man muss früh anfangen», sagt Müller-Kamp.
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
14.05.2026
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
29.01.2026
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
23.01.2026
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik