Immer mehr Schweizer haben Probleme Jetzt gerät die Mittelschicht finanziell unter Druck – ab diesem Lohn gehörst du dazu

SDA

8.5.2026 - 11:38

Eine Auswertung des Bundesamtes für Statistik zeigt, dass bei einem gewichtigen Anteil der unteren Mittelschicht finanziell wenig Spielraum besteht. (Symbolbild)
Eine Auswertung des Bundesamtes für Statistik zeigt, dass bei einem gewichtigen Anteil der unteren Mittelschicht finanziell wenig Spielraum besteht. (Symbolbild)
Keystone

Die Mittelschicht gilt als Rückgrat der Schweiz – doch  eine neue Auswertung zeigt, viele stehen finanziell unter Druck. Ein Viertel der unteren Mittelschicht kann unerwartete Ausgaben von 2500 Franken nicht bewältigen.

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Keystone-SDA, Samuel Walder

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  • In der Schweiz zählt eine Mehrheit zur Mittelschicht, rund 4,9 Millionen Menschen. Dennoch kann etwa ein Viertel der unteren Mittelschicht unerwartete Ausgaben von 2500 Franken nicht bewältigen.
  • Besonders betroffen ist die untere Mittelschicht mit rund 2,3 Millionen Personen, die finanziell schnell an ihre Grenzen kommt. 
  • Über 240’000 Personen geben mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aus, viele haben Mühe, bis Monatsende über die Runden zu kommen.

Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung gehört der Mittelschicht an. Eine Auswertung des Bundesamtes für Statistik zeigt aber, dass ein Viertel der unteren Mittelschicht zuletzt nicht in der Lage war, unerwartete Ausgaben von 2500 Franken zu stemmen. Insgesamt gehören laut den neuesten BFS-Zahlen 55,2 Prozent der Bevölkerung zur mittleren Einkommensgruppe. Über die vergangenen Jahrzehnte blieb dieser Anteil weitgehend stabil.

Diese Aussage trifft das Bundesamt für Statistik (BFS) anhand einer Erhebung des Hauhaltsbudgets sowie einer zum Einkommen und den Lebensbedingungen. Das BFS teilt die Bevölkerung nach Wohnsituation und Einkommen in verschiedene Einkommensgruppen ein. 2024 gehörten demnach rund 4,9 Millionen Schweizerinnen und Schweizer zur Gruppe mit einem mittleren Einkommen.

Dazu zählen beispielsweise Alleinlebende mit einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 4228 und 9061 Franken. In die gleiche Gruppe werden Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren mit einem gesamthaften monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 8800 und 19'028 Franken eingeteilt. Die Grenze zwischen unterer und oberer Mittelschicht liegt laut BFS bei 6041 Franken für Alleinstehende und bei 12’685 Franken für Familien mit zwei Kindern. Rund jeder vierte Mensch in der Schweiz gehört zur unteren Mittelschicht.

2,3 Millionen Menschen sind schnell am Anschlag

Die Zahlen des BFS zeigen, dass insbesondere die untere Mittelschicht finanziell schnell am Anschlag ist. Dieser gehören gut ein Viertel der ständigen Wohnbevölkerung an – rund 2,3 Millionen Menschen. In diese Gruppe gehören Alleinstehende mit einem Bruttoeinkommen unter 6041 Franken monatlich und alle Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren mit weniger als 12'685 Franken monatlich. Mehr als eine halbe Million Menschen aus dieser Einkommensgruppe haben laut BFS keine 2500 Franken für unerwartete Ausgaben auf der Seite.

Gemäss Angaben des BFS waren 10,5 Prozent oder umgerechnet rund 240'000 Personen in dieser Gruppe gezwungen, über 40 Prozent des Haushalteinkommens für Wohnkosten auszugeben. In der oberen Mittelschicht betrifft dies dagegen nur 3,5 Prozent der Menschen. Als Faustregel gilt eigentlich, dass Wohnkosten maximal 25 bis 30 Prozent des Einkommens ausmachen sollten.

Und: Gut 320'000 Personen aus der unteren Mittelschicht stuften es als schwierig oder sehr schwierig ein, bis Ende Monat finanziell über die Runden zu kommen. Das entspricht 14,1 Prozent dieser Einkommensgruppe. In der oberen Mitte liegt der Anteil laut BFS bei lediglich 5,9 Prozent. Knapp 260'000 Personen aus der angesprochenen Schicht verzichteten ausserdem aus finanziellen Gründen auf Ferien. Konkret gab mehr als jede zehnte Person aus der unteren Mittelschicht an, sich keine Ferien leisten zu können. In der oberen Mitte betrifft dies nur gut drei Prozent.