Onlinehändler machte sich über Alice Weidel lustigGalaxus-Chef war überrascht von heftiger Kritik aus der Schweiz
Noemi Hüsser
18.1.2026
Florian Teuteberg ist CEO und Co-Gründer von Galaxus.
Keystone
Ein Werbeclip von Onlinehändler Galaxus, der sich über Alice Weidel lustig machte, sorgte für Aufsehen. Firmenchef Florian Teuteberg zeigt sich in einem Interview überrascht über die heftigen Reaktionen im Heimatmarkt.
Galaxus-CEO Florian Teuteberg war überrascht über die heftigeren Reaktionen aus der Schweiz als aus Deutschland auf einen Werbespot, der sich über AfD-Chefin Alice Weidel lustig machte.
Schweizer Kunden forderten laut Teuteberg, das Unternehmen solle unpolitischer auftreten und sich aus solchen Themen heraushalten.
Der Clip erzielte hohe Reichweiten und löste kontroverse Diskussionen aus.
Die Reaktionen von Schweizer Kunden auf den Clip waren stärker als die aus Deutschland, wie der Chef des Onlinehändlers der Zeitung sagte. «Es hiess, wir sollten uns aus solchen Themen raushalten und unpolitischer sein», sagt Teuteberg.
Im Clip ist eine Schauspielerin zu sehen, die im Stil des populären Ratespiels «Wer bin ich?» Fragen zu einer gesuchten Person stellt. Die Frau blickt mit jeder Frage genervter drein, bis ihr schliesslich klar wird: Die gesuchte Person könnte die AfD-Vorsitzende Alice Weidel sein.
«Ernsthaft? Dann bin ich Alice ... », sagt sie – und bekommt einen Würgereiz. Beim Nachnamen der AfD-Vorsitzenden wird der Ton stummgeschaltet. Doch die Spielerin liegt falsch: «Zum Glück», sagt sie erleichtert und stellt sofort fest: «Dann bin ich Galaxus.»
Der Clip sorgte bei Veröffentlichung für hitzige Diskussionen in den Kommentaren – und jede Menge Klicks. Allein auf Youtube wurde das Video bis zum frühen Samstagabend 5,6 Millionen Mal angesehen.
In Deutschland habe Galaxus damit gerechnet, dass der Werbeclip, der die AfD-Politikerin Alice Weidel hochnimmt, Wellen schlagen wird, erzählt Teuteberg im Interview. Der Werbespot sei vorgängig nicht über seinen Tisch gegangen. «Ich lasse die Leute im Marketing machen», sagte er.