RohstoffeGlencore bleibt im ersten Halbjahr unter sehr starkem Vorjahr
dm
8.8.2023 - 08:35
Glencore kann starkes Vorjahresniveau im ersten Semester nicht halten (Archivbild)
Keystone
Der Rohstoffhandels- und Bergbaukonzern Glencore hat im ersten Halbjahr 2023 nach dem massiv hohen Gewinn im Vorjahr weniger verdient. Bereits Anfang des Jahres deutete der Konzern an, dass sich die Inflation in höheren Kosten niederschlagen wird.
Keystone-SDA, dm
08.08.2023, 08:35
SDA
Der Glencore-Umsatz von Januar bis Juni lag bei 107,4 Milliarden US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Minus von 20 Prozent entspricht, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Der adjustierte Betriebsgewinn (EBITDA) halbierte sich von 18,9 Milliarden im Vorjahr auf nun noch 9,4 Milliarden Dollar. Inklusive Abschreibungen (adjustierter EBIT) betrug das Resultat 6,3 Milliarden Dollar nach 15,4 Milliarden.
Noch im letzten Jahr hatte Glencore vom hohen Niveau der Rohstoffpreise und dem ausserordentlich florierenden Handelsgeschäft profitiert. Nun brach der Gewinn auf 4,6 Milliarden ein, nachdem sich das Ergebnis im Vorjahr auf 12,1 fast verzehnfacht hatte. CEO Gary Nagle zeigt sich dennoch soweit zufrieden – das Geschäftsmodell habe sich angesichts der Marktbedingungen bewährt.
Bereits Ende Juli hatte Glencore tiefere Fördermengen seiner Bergbau- und Ölförder-Division publiziert. Konkret meldete der Rohstoffkonzern etwa eine Reduktion der geförderten Kohle um 2 Prozent auf gut 54 Millionen Tonnen sowie ein Minus bei Kupfer um 4 Prozent auf 488'000 Tonnen.
Neue Aussagen zum Ausblick machte das Unternehmen nicht. Insgesamt blickt Glencore zuversichtlich in die Zukunft. Der richtige Weg sei eingeschlagen worden, um in einer «Net-zero»-Welt erfolgreich zu sein, so der CEO.
Im Juli zusammen mit dem Produktionsbericht erwartete Glencore für 2023 weiterhin ein bereinigtes EBIT-Ergebnis, das über dem oberen Ende der langfristigen jährlichen Prognosespanne von 2,2 bis 3,2 Mrd. US-Dollar liegt. Wie der Konzern schrieb, werde der Wert «wahrscheinlich im Bereich von 3,5 bis 4,0 Mrd. US-Dollar» liegen.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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