Google will ChatGPT und Co mit seiner KI-Software Gemini übertreffen. Der Mutterkonzern Alphabet plant aussergewöhnliche Investitionen, um die Infrastruktur dafür zu schaffen. (Archivbild)
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Im Wettlauf der KI-Entwickler schraubt die Google-Mutter Alphabet die Investitionen drastisch hoch. Für das laufende Jahr stellte der Internet-Riese Kapitalinvestitionen zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar in Aussicht.
Keystone-SDA
05.02.2026, 01:22
05.02.2026, 02:07
SDA
Das Geld dürfte unter anderem in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz fliessen. Im vergangenen Jahr investierte Alphabet gut 91 Milliarden Dollar.
Google konkurriert im KI-Feld unter anderem mit dem ChatGPT-Erfinder OpenAI und dem Facebook-Konzern Meta. Gegen ChatGPT und Co lässt Google seine KI-Software Gemini antreten. Allein die Gemini-App kam zuletzt auf 750 Millionen Nutzer im Monat, die Technologie kommt aber auch in Googles Suchmaschine zum Einsatz.
Zuletzt entschied sich auch Apple für die KI-Modelle hinter Gemini als Basis für eine nützlichere Version seiner Sprachassistentin Siri. Google- und Alphabet-Chef Sundar Pichai sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, Apple habe sich für den Konzern als bevorzugten Cloud-Anbieter entschieden.
Was den Google-Chef nachts wachhält
Mit den Ausgabeplänen stellt Google auch Meta in den Schatten. Der Facebook-Konzern prognostizierte für dieses Jahr zuletzt Kapitalinvestitionen zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar.
Zugleich sorgt sich die Google-Chefetage, dass man möglicherweise selbst mit diesen gewaltigen Ausgaben nicht schnell genug sein könnte. Einer der Analysten stellte die Frage, was die Firmenbosse nachts wachhalte. Es sei «definitiv Computer-Kapazität» mit allen möglichen Engpässen etwa bei Energie, verfügbaren Flächen und Bauteilen, sagte Pichai. So verschlingt aktuell die Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren einen grossen Teil der weltweiten Produktionskapazitäten. Als Folge steigen die Preise.
Googles Investitionsprognose sorge für Kursgewinne bei Chipanbietern, bei denen ein grosser Teil der Ausgaben landen dürfte. Aktien des bei KI-Halbleitern führenden Nvidia-Konzerns stiegen im nachbörslichen Handel zeitweise um fast zwei Prozent, für den Chip-Anbieter Broadcom ging es um mehr als sechs Prozent aufwärts.
Googles Werbegeschäft in KI-Ära weiter stark
Das Geld für den rapiden Ausbau liefert weiterhin vor allem das auf Hochtouren laufende Werbegeschäft von Google. Es wuchs im Schlussquartal 2025 im Jahresvergleich um rund 13,5 Prozent auf 82,3 Milliarden Dollar. Insgesamt legten die Konzernerlöse um 18 Prozent auf 113,8 Milliarden Dollar zu. Unter dem Strich verbuchte Alphabet einen Konzerngewinn von fast 34,5 Milliarden Dollar – knapp 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die Entwicklung des Anzeigengeschäfts von Google wird sehr genau beobachtet. Denn Google bringt in die Suchmaschine mehr mit Hilfe von KI erstellte Zusammenfassungen ein, die Anfragen der Nutzer direkt beantworten können – auch wenn sie mitunter fehlerhaft oder ungenau sind, was dann vielen Nutzern mangels Überprüfung nicht auffällt. Damit sinkt der Anreiz, auf Links zu Originalquellen neben den Suchergebnissen zu klicken. Damit verdiente Google traditionell das meiste Geld.
Pichai sagte nun, KI-Antworten in Suchergebnissen erhöhten die Nutzung. Im KI-Modus stellten viele Leute weitere Fragen in der Suchmaschine. Wenn Menschen erst einmal anfingen, auf KI-Suchergebnisse zuzugreifen, nutzten sie die Funktion dann auch mehr.
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Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
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