Rechnungsflut belastet Schweizer HaushalteDu spürst das Januarloch im Portemonnaie? Damit bist du nicht allein
Noemi Hüsser
16.1.2026
Zum Jahresstart häufen sich die Rechnungen: Viele Menschen in der Schweiz geraten im Januar finanziell unter Druck.
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Der Jahresbeginn bringt für viele Schweizer*innen finanzielle Engpässe – vor allem wegen vieler Rechnungen. Besonders betroffen sind Junge, Familien und Menschen mit niedrigem Einkommen.
Rund ein Drittel der Erwachsenen in der Schweiz gibt im Januar weniger Geld aus, vor allem wegen anfallender Rechnungen wie Steuern, Abos und Versicherungen.
Besonders betroffen vom sogenannten Januarloch sind junge Erwachsene, Familien sowie Menschen mit tieferem Bildungs- und Einkommensniveau.
Haushalte mit mittlerem Einkommen leiden laut Comparis besonders unter steigenden Krankenkassenprämien, da sie weniger staatliche Unterstützung erhalten.
Gut ein Drittel der Erwachsenen in der Schweiz spürt Anfang Jahr ein finanzielles Januarloch. Das zeigt eine Befragung des Vergleichportals Comparis, wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt. Demnach geben 33 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz im Januar weniger Geld aus als sonst. Grund dafür seien nicht teure Weihnachtsgeschenke, die man im Dezember noch gekauft hat, sondern Rechnungen.
Junge und Familien trifft das Januarloch laut Umfrage besonders: 35 Prozent der 18- bis 35-Jährigen berichten von einer schlechteren Finanzlage (in der Altersgruppe der über 56-Jährigen sind es 26 Prozent). In Haushalten mit Kindern sind es 39 Prozent – in Haushalten ohne Kinder 30 Prozent. Auch tieferes Bildungs- und Einkommensniveau geht häufiger mit Einbussen einher: Bei einem Einkommen bis 4000 Franken sind es 43 Prozent, die das Januarloch spüren, bei einem Einkommen über 8000 Franken 26 Prozent.
Comparis begründet dies mit Rechnungen, die im Januar zu bezahlen seien. «Zu Beginn eines Jahres stapeln sich Rechnungen im Posteingang, von denen viele bereits im Dezember ausgestellt wurden», erklärt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn in der Mitteilung von Comparis. «Zum Beispiel für die Motorfahrzeugsteuer, Abos für ÖV und Fitness sowie für Versicherungen.»
Auch die steigenden Krankenkassenprämien werden in der Umfrage als Grund für das Januarloch genannt – besonders in der italienischen Schweiz. Vor allem Haushalte mit einem Bruttoeinkommen zwischen 4000 und 8000 Franken seien davon betroffen. «Tiefe Einkommen erhalten staatliche Entlastung, zum Beispiel durch die Prämienverbilligung oder Sozialhilfe. Die Mittelschicht hingegen muss die steigenden Kosten selbst stemmen», so der Comparis-Experte Kuhn.