BaustoffeHolcim will Nordamerika-Abspaltung zusätzlich an SIX kotieren
jb
6.12.2024 - 08:02
Der Zementhersteller will bei der Abspaltung seines Nordamerika-Geschäft auch europäischen Investoren berücksichtigen. (Archivbild)
Keystone
Holcim macht Fortschritte bei der geplanten Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts und gibt dazu weitere Details bekannt. Das abgespaltene Geschäft soll neben der Kotierung an der New Yorker Börse eine zusätzliche Kotierung an der Schweizer Börse SIX erhalten.
Keystone-SDA, jb
06.12.2024, 08:02
SDA
Damit werde den Bedürfnissen europäischer Investoren Rechnung getragen, teilte der grösste Baustoffkonzern der Welt am Freitag in einem Communiqué mit. An der New Yorker Börse solle das Unternehmen als «domestic issuer» gemäss den Regularien der US-Börsenaufsicht SEC kotiert werden, nach der amerikanischen Rechnungslegung US-GAAP berichten und die Aufnahme in relevante US-Aktienindizes anstreben.
Die Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts benötige die Zustimmung der Aktionäre an der ordentlichen Generalversammlung vom 14. Mai 2025, hiess es weiter. Die Trennung des Geschäfts in den USA und Kanada werde – wie bereits bekannt – bis Ende des ersten Halbjahres 2025 erwartet, schrieb der Zementkonzern weiter.
Eine Doppelkotierung hätte laut Marktbeobachtern einen gewichtigen Vorteil für Schweizer Fonds-Investoren: Sie könnten dadurch bei der abgespaltenen neuen nordamerikanischen Firma investiert bleiben, auch wenn sie keine US-Aktien halten dürfen.
Von Investitionen der US-Regierung profitieren
Das künftig unabhängige Nordamerika-Geschäft soll gemäss früheren Angaben einen Umsatz von über 11 Milliarden US-Dollar erreichen. Hintergrund sind die billionenschweren Investitionsprogramme der US-Regierung: «Sie werden in den nächsten acht bis zehn Jahren zu nie dagewesenen Ausgaben für die Bauindustrie führen», sagte Holcim-Präsident Jan Jenisch bei der Ankündigung des Deals Anfang Jahr. Die Aufspaltung sei nötig, um das Potential gänzlich auszuschöpfen und voll durchzustarten.
Auch Holcim alleine soll laut früheren Angaben ein Champion sein mit einem Umsatz von 17 Milliarden Franken im Jahr und einem EBIT von über 2,7 Milliarden Franken. In Europa will der Restkonzern von der Dekarbonisierung und dem Trend zur Nachhaltigkeit durch den «Green Deal» der EU profitieren.
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
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