SNB hält still, Banken drehen aufNullzins bleibt – doch das Eigenheim wird für viele teurer
Samuel Walder
13.1.2026
Preise für Hypotheken steigen und das trotz Nullzins.
Bild:sda
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält am Nullzins fest. Für viele Wohneigentümerinnen und -eigentümer ist das trotzdem keine gute Nachricht: Hypothekarzinsen steigen weiter.
Die SNB hat im Dezember entschieden, den Leitzins bei 0 Prozent zu belassen. Das war erwartet worden. Grund dafür ist die sehr tiefe Inflation: Im November lag sie im Jahresvergleich ebenfalls bei 0 Prozent. Auch der starke Franken sorgt dafür, dass importierte Güter günstig bleiben und die Preise insgesamt kaum steigen.
«Die Beibehaltung des Nullzinses kommt nicht überraschend und wurde von den Marktteilnehmenden erwartet», kommentiert Dirk Renkert, Finanzexperte von Comparis. Zinssenkungen seien deshalb derzeit eher unwahrscheinlich. Zudem verschaffe eine kürzlich veröffentlichte Erklärung zwischen der Schweiz und den USA der SNB mehr Spielraum am Devisenmarkt.
Europa wartet ab – USA senkt weiter
Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihren Leitzins stabil bei 2 Prozent. Die Inflation in der Eurozone liegt mit 2,1 Prozent nahe am Zielwert. Gleichzeitig gibt es erste Stimmen, die vor möglichen Zinserhöhungen warnen, falls die Teuerung wieder anzieht.
In den USA geht die Entwicklung in die andere Richtung: Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins zum dritten Mal in Folge gesenkt – auf 3,5 bis 3,75 Prozent. Grund ist ein schwächerer Arbeitsmarkt. Die Inflation fiel im November auf 2,7 Prozent, wobei wegen eines Regierungsstillstands nicht alle Daten erhoben werden konnten. Comparis-Experte Renkert warnt zudem vor politischem Einfluss auf die Unabhängigkeit der Fed.
Hypothekarzinsen ziehen an – trotz Nullzins
Obwohl der Leitzins in der Schweiz unverändert bleibt, steigen die Hypothekarzinsen deutlich. Ende Dezember kostete eine 10-jährige Festhypothek im Schnitt 1,91 Prozent – das sind 0,23 Prozentpunkte mehr als Ende September. Auch 5-jährige Festhypotheken wurden teurer und lagen zuletzt bei 1,61 Prozent.
Der Hauptgrund dafür liegt nicht bei der SNB, sondern an den Finanzmärkten. Die Rendite der 10-jährigen Bundesobligationen stieg von 0,20 auf 0,33 Prozent. Auch sogenannte Swap-Sätze, die für Banken wichtig sind, haben deutlich angezogen. Diese höheren Kosten geben die Banken an ihre Kundinnen und Kunden weiter.
Besonders spürbar ist der Anstieg bei Saron-Hypotheken. Deren Zinssatz hängt stark von der Marge der Banken ab. «Auch wenn diese Margen nicht öffentlich sind, sieht man klar, dass sie gestiegen sind», sagt Renkert. Ende Dezember lagen Saron-Hypotheken zwischen 0,8 und 1,2 Prozent. Zehnjährige Festhypotheken kosteten je nach Anbieter zwischen 1,5 und 1,9 Prozent – deutlich mehr als noch im Herbst.
Neue Favoriten: 8- und 9-jährige Laufzeiten
Viele Kundinnen und Kunden reagieren darauf mit neuen Strategien. Statt klassischer 10-Jahres-Hypotheken wählen immer mehr Laufzeiten von 8 oder 9 Jahren. Ihr Anteil stieg innerhalb eines Jahres von 4 auf 14 Prozent. Die 10-jährige Festhypothek bleibt zwar die häufigste Wahl, ihr Anteil ist aber stark gesunken – von fast 80 auf rund 40 Prozent.
Sparpotenzial bei Verhandlungen bleibt gross
Der Grund: «Wer eine persönliche Schmerzgrenze beim Zins hat, sucht günstigere Alternativen mit ähnlicher Laufzeit», erklärt Renkert.
Trotz steigender Zinsen gibt es weiterhin Sparpotenzial. Ein Vergleich von Comparis zeigt: Teilweise können Zinsen ausgehandelt werden, die ein Sparpotenzial von mehreren zehntausend Franken ergeben.