VolkswirtschaftImmobilien bleiben teuer und begehrt
SDA
18.11.2025 - 10:42
Weil die Angebotsmieten in den Städten deutlich gestiegen sind, ziehen immer mehr in die Agglomerationen und ländliche Regionen. (Archivbild)
Keystone
Vorboten einer konjunkturellen Abkühlung in der Schweiz tun der Nachfrage nach Immobilien noch keinen Abbruch: Betongold bleibt trotz Stellenabbau in Bau und Industrie sowie sinkender Zuwanderung begehrt. Und dies zunehmend auch in peripheren Regionen.
Keystone-SDA
18.11.2025, 10:42
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Der Schweizer Immobilienmarkt bleibt stabil, heisst es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Immobilienberaters IAZI. Denn tiefe Hypothekarzinsen und der Ruf der Schweiz als sicherer Investitionsstandort stützten die Nachfrage.
Allerdings könnte eine wirtschaftliche Eintrübung die Nachfrage nach Wohnraum mittelfristig durchaus bremsen, warnt IAZI. Dies würde auch den Immobilienmarkt in Mitleidenschaft ziehen.
Günstige Wohnungen bleiben Mangelware
In der Schweiz verschärft sich laut IAZI der Wohnraummangel. Die Leerwohnungsziffer stehe landesweit bei tiefen 1,0 Prozent.
Vor allem in den Städten seien die Angebotsmieten zudem deutlich gestiegen. Dies führe zu einer Abwanderung in Agglomerationen und ländliche Regionen.
Sanierungen trieben die Mieten zusätzlich. Diese könnten laut Bericht dazu führen, dass die Mietpreise danach für die bisherigen Mieter unerschwinglich werden.
An zentralen Lagen liegen die Mietaufschläge nach einer Sanierung bei durchschnittlich 50 Prozent. Aber auch in städtischen Agglomerationen (+23 Prozent) und in ländlichen Regionen (+15 Prozent) steigen die Mieten danach deutlich.
Kaufen attraktiver als Mieten?
Seit 2020 seien die Preise für Wohneigentum um 26 Prozent gestiegen, heisst es weiter. Allein im letzten Jahr um 2,6 Prozent.
Dennoch lohne sich ein Kauf von Wohneigentum, da die monatlichen Kosten im Vergleich zur Miete gesunken seien. Zehnjährige Hypotheken gebe es für 1,8 Prozent und eine Geldmarkt-Hypothek (SARON) für rund 1,1 Prozent.
Allerdings stehen einem Kauf laut IAZI hohe regulatorische Anforderungen an Eigenmittel und Einkommen gegenüber. Zudem seien Eigenheime aufgrund der hohen Preise ohne Darlehen oder Erbvorbezug für viele Interessenten kaum mehr erschwinglich.
Stabiles Marktumfeld erwartet
Trotz globaler Unsicherheiten, Handelskonflikten und anderer wirtschaftlicher Herausforderungen dürfte das Marktumfeld für Immobilien robust bleiben. Denn Baulandknappheit, Zinsentwicklung und demografische Nachfrageverschiebungen blieben bestehen.
Die Experten warnen aber auch vor Risiken durch stagnierende Löhne, politische Unsicherheiten und demografische Veränderungen. Ausserdem würden langfristig Naturgefahren und Klimarisiken für die Standortattraktivität einer Immobilie an Bedeutung gewinnen.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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