Von Japan bis KanadaIn diesen Ländern kosten dich Ferien gerade weniger als sonst
Samuel Walder
20.3.2026
Der Schweizer Franken ist gestiegen. Das heisst, du reist jetzt günstiger in anderen Ländern.
Bild:IMAGO/SDA/blue News
Wer das richtige Reiseziel wählt, zahlt weniger: Nicht wegen tieferer Preise, sondern wegen der starken Währung. Eine Auswertung der Wechselkurse zeigt, in welchen Ländern die Kaufkraft am stärksten und wo am schwächsten.
Der starke Schweizer Franken erhöht aktuell die Kaufkraft im Ausland deutlich, wodurch Ferien in vielen Nicht-Euro-Ländern spürbar günstiger werden.
Am Günstigstens kommst du in der Türkei, in Indien und Japan weg. Essen, Transport und Alltag ist für Schweizerinnen und Schweier Reisende deutlich günstiger.
Der Franken ist zwar stark, dennoch gibt es Währungen, die stärker sind als der Schweizer Franken. Schweden, Ungarn und Namibia belegen da die ersten drei Plätze.
Wie schön wäre es, wenn man mehr Ferien für gleich viel Geld machen könnte. Achtung Spoiler: Das ist jetzt möglich. Es liegt aber nicht daran, dass etwa Airlines ihre Preise gedrückt haben, oder Hotels plötzlich günstigere Zimmer anbieten. Der Grund ist simpel: Der starke Franken sorgt dafür, dass du mehr von anderen Währungen bekommst. Spoiler 2: Am meisten fürs gleiche Geld bekommt man aktuell in der Türkei.
Das zeigt eine Analyse des Finanzdienstleisters und Anbieters von Multiwährungskonten «Wise», der die Wechselkurse der beliebtesten Reiseziele der Schweizer ausserhalb der Eurozone verglichen hat.
Für die Untersuchung wurde die Wertentwicklung des Franken im Vergleich zu Währungen in 50 Urlaubsländern im vergangenen Jahr analysiert. Hier sind die Top 10.
Türkei
Die Türkei landet auf Platz eins des Rankings. Hier hat der Franken am meisten zugelegt.
BildEmrah Gurel/AP/dpa
Besonders stark zeigt sich der Franken in der Türkei: Mit einem Wertzuwachs von rund 28 Prozent ist er dort so mächtig wie in keinem anderen untersuchten Land. Für Schweizer Reisende bedeutet das spürbar tiefere Preise im Ferienalltag.
Laut Daten der Plattform Numbeo kostet eine Mahlzeit in einem günstigen Restaurant nur rund 350 Türkische Lira – umgerechnet etwa sechs Franken. Selbst ein halber Liter Bier ist ein Schnäppchen: Mit etwa 150 Lira, also weniger als drei Franken, gehört er zu den günstigsten im internationalen Vergleich.
Hinweis:
Zurzeit in die Türkei zu reisen, ist trotz der günstigen Preise keine gute Idee. Das EDA schreibt auf seiner Homepage: «Die Entwicklung der Lage ist aufgrund der militärischen Eskalation in der Region ungewiss. Einschränkungen im Reiseverkehr können nicht ausgeschlossen werden.» Dazu gehören: vorübergehende Schliessung des Luftraums und verspätete und annullierte Flüge.
Indien
In Indien kannst du für weniger als zwei Franken ein Menü geniessen.
BildKeystone
Der Franken hat gegenüber der Rupie um rund 17 Prozent zugelegt – und das macht sich für Schweizer Feriengäste direkt im Portemonnaie bemerkbar. Wer in Indien auswärts essen geht, kommt noch günstiger davon als sonst: Ein Gericht in einem einfachen Restaurant kostet im Schnitt nur etwa 200 INR, also weniger als zwei Franken.
Wieso ist der Franken so stark?
sda
Laut SNB-Präsident Martin Schlegel hat der Franken seit der letzten Lagebeurteilung im Dezember handelsgewichtet rund 2,5 Prozent an Wert gewonnen. «Mit der Eskalation im Nahen Osten hat der Aufwertungsdruck nochmals zugenommen», sagte er am Donnerstag laut Redetext an der Medienkonferenz zur geldpolitischen Lagebeurteilung. Damit seien die monetären Bedingungen «straffer geworden», so Schlegel. Die Aufwertung mindere die importierte Teuerung und dämpfe die Wirtschaftsentwicklung. Gleichzeitig lägen die Zinsen in der Schweiz deutlich tiefer als im Ausland. Diese Zinsdifferenz mache Anlagen in Franken weniger attraktiv und wirke so dem Aufwertungsdruck auf den Franken entgegen.
Noch eindrücklicher wird der Preisvorteil beim Abendessen zu zweit: Ein Drei-Gänge-Menü für zwei Personen in einem Mittelklasse-Restaurant schlägt mit rund 1.200 INR zu Buche – umgerechnet gerade einmal etwa zehn Franken.
Japan
Japan boomt nicht nur, sondern lohnt sich jetzt auch preislich.
BildKeystone
Japan-Fans dürften sich jetzt noch mehr freuen. Das Land liegt nicht nur im Trend, sondern man bekommt für sein Geld als Schweizer auch gerade richtig viel. Japan landet auf Platz 3. Der Grund: Der Franken hat gegenüber dem Yen um rund 14 Prozent zugelegt und gewinnt damit spürbar an Kaufkraft.
Das zeigt sich besonders beim Essen: Für etwa 1.000 JPY – umgerechnet rund fünf Franken – bekommt man ein Gericht in einem günstigen Restaurant. Selbst der Kaffeegenuss bleibt bezahlbar: Ein Cappuccino kostet im Schnitt etwa 485 JPY, also etwas mehr als zwei Franken.
Hongkong
In Hongkong zahlst du aktuell als Schweizerin oder Schweizer nur rund einen Franken, um von A nach B zu kommen.
BildKeystone
Hongkong belegt Platz 4 – und trotz seines Rufs als teures Pflaster zeigt sich die Metropole für Schweizer Reisende aktuell von einer eher günstigen Seite. Der Franken hat gegenüber dem Hongkong-Dollar um rund 12,3 Prozent zugelegt.
Das macht sich im Alltag schnell bemerkbar: Ein Gericht in einem günstigen Restaurant kostet etwa 60 HKD, also rund sechs Franken. Auch der Kaffeepreis bleibt moderat – ein Cappuccino kostet im Schnitt etwa 40 HKD, was ungefähr vier Franken entspricht.
Selbst das Fortbewegen in der Stadt ist kein grosser Kostenfaktor: Eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln kostet etwa 12 HKD – also knapp über einem Franken.
Die Golfstaaten
Drei Golfstaaten liegen im Ranking ebenfalls in den Top 10. Im Moment sollte man jedoch nicht in die Region reisen.
Bildsda
Auf Platz fünf findet sich Saudi-Arabien. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass eine Reise in die Golfstaaten aktuell nicht möglich oder stark zu vermeiden ist. In der Region herrscht Krieg. Seit dem 1. März 2026 rät das EDA von touristischen und nicht dringenden Reisen nach Bahrain, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Saudi-Arabien und Jordanien ab.
Trotzdem: Der Franken legt gegenüber dem Riyal um satte 12,26 Prozent zu – und sorgt damit für spürbar mehr Kaufkraft. Ein Essen im günstigen Restaurant gibt es bereits für rund 25 SAR, also etwa fünf Franken. Selbst Kleinigkeiten kosten kaum etwas: Eine 0,33-Liter-Flasche Wasser schlägt mit etwa einem SAR zu Buche – nur wenige Rappen. Auch beim Transport spart man: Der Starttarif für ein Taxi liegt bei rund zehn SAR, dazu kommen etwa acht SAR pro Kilometer.
Auch in Katar, (Platz6), zeigt sich der starke Franken: Gegenüber dem Katar-Riyal gewann er rund 12,24 Prozent an Wert. Für etwa 30 QAR – rund 6,30 Franken – erhält man ein Gericht im günstigeren Restaurantsegment. Ein Cappuccino kostet im Schnitt etwa 21 QAR, also etwas mehr als vier Franken. Besonders günstig: der öffentliche Verkehr. Eine einfache Fahrt gibt es für rund zwei QAR, was weniger als 50 Rappen entspricht.
Die Vereinigten Arabischen Emirate liegen auf Platz 7: Mit einem Plus von rund zwölf Prozent gegenüber dem Dirham zeigt sich der Franken auch hier stark. Das macht sich im Alltag schnell bemerkbar: Ein Essen im günstigen Restaurant kostet etwa 30 AED, also rund sechs Franken. Für einen Cappuccino zahlt man im Schnitt etwa 20 AED – rund vier Franken. Wer ein Taxi nimmt, startet bei etwa zwölf AED, hinzu kommen rund 2,50 AED pro Kilometer.
Kanada
In Kanada zahlst du sechs Franken für ein grosses Bier.
BildImago
Der Franken hat gegenüber dem kanadischen Dollar um rund neun Prozent zugelegt. Ein einfaches Hauptgericht im günstigen Restaurant kostet etwa 25 CAD, was rund 14 Franken entspricht. Auch beim Bier zeigt sich das Preisniveau deutlich: Für ein einheimisches Bier (0,5 Liter) zahlt man etwa acht CAD, also circa sechs Franken. Eine Einzelfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln kostet rund 3,50 CAD – umgerechnet etwa 2.50 Franken.
Trotz des Wertzuwachses gehört Kanada allerdings zu den teureren Urlaubsländern im Vergleich.
China
China lohnt sich als Reiseziel für Schweizer jetzt besonders.
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China landet auf Platz 9 – und ist für Schweizer Reisende damit ein noch grösseres Preisparadies. Der Franken hat gegenüber dem Renminbi um rund acht Prozent zugelegt und sorgt damit für spürbar mehr Kaufkraft.
Wie günstig es vor Ort sein kann, zeigen die Alltagskosten: Ein Gericht im einfachen Restaurant gibt es bereits für etwa 20 CNY, umgerechnet rund 2.20 Franken. Selbst ein Drei-Gänge-Menü für zwei Personen in einem Mittelklasse-Restaurant bleibt erschwinglich und kostet etwa 150 CNY, also circa 17 Franken.
Auch der Transport ist kaum der Rede wert: Eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlägt mit rund zwei CNY zu Buche – das sind knapp 20 Rappen.
Singapur
Singapur gilt als einer der teuersten Orte der Welt. Jetzt können Schweizer jedoch günstiger weg kommen.
BildJens Büttner/dpa
Singapur belegt Platz 10 – und obwohl die Stadt als eines der teuersten Reiseziele Asiens gilt, profitieren Schweizer Feriengäste vom starken Franken. Gegenüber dem Singapur-Dollar legte dieser um rund sieben Prozent zu.
Das zeigt sich im Alltag: Für etwa zwölf SGD – umgerechnet rund sieben Franken – bekommt man bereits ein Essen im günstigen Restaurant. Ein einheimisches Bier (0,5 Liter) kostet etwa zehn SGD, also rund sechs Franken. Auch der öffentliche Verkehr bleibt bezahlbar: Eine Fahrt liegt bei etwa 1,80 SGD, was knapp über einem Franken entspricht.
In diesen Ländern werden Ferien teurer
In den Top drei der Länder, die im Vergleich zum Schweizer Franken teurer geworden sind, liegt Schweden auf dem ersten Platz.
BildCarsten Rehder/dpa
Während der Franken weltweit vielerorts an Stärke gewinnt, zeigt sich in Schweden ein ganz anderes Bild: Hier hat die Schweizer Währung im Jahresvergleich deutlich an Wert verloren – und führt damit das Ranking der «Verlierer» an.
Noch am 21. Januar 2025 war ein Franken 12,1 schwedische Kronen wert, aktuell sind es nur noch 11,5 Kronen. Das entspricht einem Rückgang von rund sechs Prozent.
Doch trotz schwächerem Franken bleibt Schweden nicht zwingend ein Luxusziel: Ein Drei-Gänge-Menü in einem Mittelklasse-Restaurant kostet etwa 800 SEK, also rund 69 Franken – deutlich weniger als in der Schweiz, wo man im Schnitt 101 Franken bezahlt.
Auf Platz 2 folgt Ungarn mit einem Wertverlust von 5,5 Prozent. Während ein Franken vor einem Jahr noch rund 436 Forint wert war, sind es heute 413 Forint.
Dennoch bleibt das Land günstig für Schweizer Reisende: Laut dem «Cost of Living Index» von Numbeo ist das Leben vor Ort weiterhin deutlich billiger als in der Schweiz.
Platz 3 belegt Namibia mit einem Minus von 1,1 Prozent, gefolgt von Albanien (–0,8 Prozent). Auch hier gilt: Trotz schwächerem Franken bleibt das Preisniveau deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt.
So sparst du mehr
Thomas Adamski, Sprecher von Wise, rät: «Wer vor dem Urlaub sparen will, sollte die aktuellen Wechselkurse im Blick haben und seine Franken rechtzeitig in die passende Währung tauschen oder ein Währungskonto nutzen.»
Vor Ort sollten Reisende am besten immer in der lokalen Währung bezahlen und man sollte dynamische Währungsumrechnungen an Automaten oder Kartenlesegeräten vermeiden – «so bleibt das gesparte Geld wirklich im Portemonnaie.»
So vermeidest du unnötige Gebühren im Ausland
Banknahe Geldautomaten nutzen: Diese sind meist günstiger und sicherer als Geräte an Flughäfen oder in Hotels.
Grössere Beträge und seltener abheben: So reduzieren sich fixe Gebühren pro Transaktion.
Multi-Währungskonto einsetzen: Geld vorab wechseln und direkt in der jeweiligen Währung bezahlen – ohne ständige Umrechnung.
Kartengebühren prüfen: Auslandseinsatzentgelte und Wechselkursaufschläge können teuer werden – ein Vergleich lohnt sich vor der Reise.
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