Beim deutschen Industriekonzern Bosch ist der Gewinn im vergangenen Jahr abgestürzt. Schuld waren Milliardenkosten für den Abbau Tausender Stellen und die harte Konkurrenz. (Archivbild)
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Beim deutschen Industriekonzern Bosch ist der Gewinn im vergangenen Jahr abgestürzt. Schuld waren Milliardenkosten für den Abbau Tausender Stellen und die harte Konkurrenz.
Keystone-SDA
30.01.2026, 12:54
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Nach vorläufigen Zahlen sackte das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro ab, wie das deutsche Unternehmen am Freitag mitteilte. Bereits im Vorjahr war der Wert um ein Drittel abgesackt. Die Zahlen zeigen, unter welch hohem Druck der Konzern steht.
Der Gewinn fällt so niedrig aus wie lange nicht. Selbst im Corona-Jahr 2020 hatte Bosch noch gut 2 Milliarden Euro operativen Gewinn eingefahren.
Immerhin: Keiner der vier Geschäftsbereiche ist in die rote Zahlen gerutscht. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2024 leicht auf 91,0 Milliarden Euro.
«Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider», sagte Konzernchef Stefan Hartung. Die selbstgesteckten Umsatz- und Gewinnziele habe man nicht erreichen können.
Weltlage und «mangelnde Wettbewerbsfähigkeit»
Als Gründe nannte Bosch die schwächelnde Weltkonjunktur und die anhaltende Unsicherheit der geopolitische Lage. Hinzugekommen sind 2025 unter anderem die US-Zölle.
Auch die Konkurrenz, gerade durch chinesische Anbieter, habe sich erheblich verschärft, sagte Hartung. Und das nicht nur in der Autoindustrie, die in der Krise steckt.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. In den wesentlichen Märkten will Bosch zu den drei führenden Anbietern gehören. Das erfordere vor allem niedrigere Kosten und einen Abbau von Kapazitäten.
Stellenabbau kostet Milliarden
Um das Ruder herumzureissen, müssen die Schwaben deutlich sparen. Allein im Zulieferbereich geht es um Milliarden. Zudem setzt der Konzern bei seiner Organisation die Axt an. Im September hatte der Konzern angekündigt, rund 13'000 weitere Stellen zu streichen – zusätzlich zu laufenden Programmen.
Die Kosten für den Jobabbau belasteten das Ergebnis erheblich, sagte Finanzchef Markus Forschner. 2025 wurden rund 2,7 Milliarden Euro zur Seite gelegt – beispielsweise für Abfindungen. Gedrückt wurde der Gewinn unter anderem auch von den gestiegenen Zöllen.
Ende 2025 beschäftigte die Gruppe rund 412'400 Menschen auf der ganzen Welt, das waren 5400 weniger als ein Jahr zuvor.. Überproportional von den Streichungen betroffen war Deutschland.
Kauflaune im Keller
Bosch ist nicht nur der weltgrösste Autozulieferer. Die Produkte des Konzerns finden sich auch in zahlreichen Haushalten. Viele Menschen sparen aber lieber ihr Geld wegen der miesen Wirtschaftslage. Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeuge und Gartengeräte verkauften sich zuletzt schlechter.
Und wenn die Leute doch einkaufen, dann oft bei den günstigeren Anbietern aus Fernost. Gerade in Deutschland würden zum Beispiel weniger und billigere Küchen gekauft, sagte Hartung.
Keine Entspannung 2026
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern keine Entspannung. «Der Wettbewerbs- und Preisdruck dürfte nochmals zunehmen und die gestiegenen Zölle sich erstmals im vollen Umfang auswirken», sagte Forschner.
Er rechnet aber mit deutlichen Fortschritten bei der Umsetzung der Sparmassnahmen – und mit einer entsprechend besseren Ertragslage.
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