VerbrauchInfluencer-Marketing birgt laut Studie Risiken
SDA
17.12.2025 - 05:01
Soziale Medien enthalten oft versteckte Werbung. (Archivbild)
Keystone
Influencer-Marketing breitet sich auf Online-Plattformen immer weiter aus. Dies mitunter auch mit irreführenden Praktiken. Die Westschweizer Konsumentenorganisation kritisiert die aktuellen Vorschriften als lückenhaft.
Keystone-SDA
17.12.2025, 05:01
SDA
Die Studie der Europäischen Konsumentenorganisation (BEUC), die zwischen März und September 2025 in 12 europäischen Ländern durchgeführt wurde, untersuchte rund 650 Inhalte auf verschiedenen sozialen Netzwerken. Zwei Risikobereiche wurden untersucht: Fast Fashion und ungesunde Lebensmittel und Getränke, wie die Fédération romande des consommateurs (FRC) am Mittwoch in einer Mitteilung dazu schrieb.
In der französischsprachigen Schweiz wurden demnach mehrere Inhalte gefunden, die für den «Massenkauf» von Kleidung oder Lebensmitteln werben. Die Untersuchung zeige, dass die Mehrheit des Influencer-Marketings noch immer nicht die gesetzlich vorgeschriebene Mindesttransparenz aufweise.
Die FRC schrieb, dass gesponserte Posts häufig in den persönlichen Empfehlungen des Nutzers getarnt seien. Zudem seien klare Hinweise auf bezahlte Partnerschaften selten und die Begriffe, die zur Kennzeichnung von Werbung verwendet würden, mehrdeutig oder würden fehlen.
Die Untersuchung zeige weiter, dass Influencer nicht davor zurückschreckten, mit Emotionen der Nutzer zu spielen, indem sie Nähe herstellten. Dies schaffe ein Gefühl der Intimität, das Kritikfähigkeit reduziere und Konsum fördere, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, kritisiert die FRC.
Grosser Teil des Werbekuchens
Das Influencer-Marketing, in dem Produkte oder Dienstleistungen an eine Community weiter empfohlen werden, habe sich zu einer der mächtigsten Werbeplattformen der Welt entwickelt. Innerhalb von zehn Jahren ist dieser Markt laut einer Studie der Plattform Statista von 1,5 Milliarden auf 28 Milliarden Franken gewachsen, wie die FRC weiter schrieb.
Die Konsumentenorganisation fordert darum eine klare Definition von Influencer-Marketing in der Schweizer Gesetzgebung. Sie setzt sich unter anderem auch für eine standardisierte Transparenz und mögliche Verbote ein.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
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