Chaos bei Verkaufsstart von Taschenuhr «Es war wie im Moshpit»: Wo der Andrang vor Swatch-Läden im Ausland eskalierte

ai-scrape

18.5.2026 - 06:28

Polizeiaufgebot vor einem Swatch-Laden in Paris am Samstag.
Polizeiaufgebot vor einem Swatch-Laden in Paris am Samstag.
Bild: IMAGO / Bestimage

Nach dem Run auf limitierte Uhren mussten Swatch Filialen schliessen. In Paris setzte die Polizei Tränengas ein.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Swatch und Audemars Piguet haben mit der «Royal Pop» eine gemeinsame Uhren-Kollektion lanciert.
  • Swatch schloss beim Verkaufsstart der Taschenuhr am Wochenende mehrere Filialen in Grossbritannien sowie in verschiedenen Städten Europas und der USA geschlossen.
  • Grund: Der Andrang vor den Swatch-Stores eskalierte und der Verkauf musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.

Swatch hat am Wochenende mehrere Filialen seiner Swatch-Läden in Grossbritannien sowie in verschiedenen Städten in Europa und in den USA geschlossen.

Der Grund: Der Verkaufsstart einer neuen und limitierten Taschenuhr namens Royal Pop von Swatch und Audemars Piguet.

Die Royal Pops sollten am Samstag in den Verkauf kommen. Viele Kunden warteten die ganze Nacht oder sogar mehrere Tage, um eines der begehrten Stücke zu ergattern. Die Situation eskalierte jedoch in mehreren Städten.

Swatch heizt den Hype um die neue Uhr durch Postings in sozialen Medien selbst an. Die Taschenuhr ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit Audemars Piguet, dem Hersteller sündhaft teurer Luxus-Uhren. Selbst Einstiegsmodelle des Unternehmens aus Le Brassus VD kosten mehrere zehntausend Franken.

Die Royal Pop kostet offiziell 350 Franken – auf Wiederverkaufsplattformen wird sie bereits für mehrere tausend Franken angeboten. Verkäufer in Grossbritannien etwa riefen am Sonntag auf Ebay Preise von umgerechnet mehr als 3000 Franken auf.

Objekte der Begierde: Royal-Pop-Modelle im Swatch Store in Covent Garden in London. (16. Mai 2026)
Objekte der Begierde: Royal-Pop-Modelle im Swatch Store in Covent Garden in London. (16. Mai 2026)
Bild: IMAGO/ZUMA Press

Polizeieinsätze in Grossbritannien

In Manchester, Cardiff, Birmingham, Liverpool und Sheffield wurde die Polizei gerufen, berichtet der «Guardian». Die Menschenmengen waren zu gross geworden, die Situation vor den Swatch-Läden eskalierte.

In Birmingham erteilten die Behörden offenbar Platzverweise. In Cardiff wurde ein 25-jähriger Mann festgenommen.

In London kamen bei den Einkaufszentren Battersea Power Station und Westfield laut dem Bericht Polizeihunde zum Einsatz. Auf Social Media verbreiteten sich Videos, die zeigten, wie Menschen an Sicherheitskräften vorbeidrängten. Im Trafford Centre in Manchester soll es zu einer Schlägerei gekommen sein.

Andrang vor dem Swatch Store in Covent Garden in London. (16. Mai 2026)
Andrang vor dem Swatch Store in Covent Garden in London. (16. Mai 2026)
Bild: IMAGO/ZUMA Press

Swatch entschied sich dazu, die Läden in Manchester und Liverpool auch am Sonntag geschlossen zu halten. Auf dem Instagram-Konto des Bieler Uhrenkonzerns hiess es, dass dies aufgrund von Sicherheitsüberlegungen für Kunden und Mitarbeiter geschehe.

Tränengas in Paris und Unruhen in Europa

In mehreren französischen Städten bildeten sich in der Nacht von Freitag auf Samstag offenbar Schlangen von mehreren hundert Menschen. In Paris setzten Beamte Tränengas ein, um eine Menge von etwa 300 Personen vor einem Swatch-Geschäft unter Kontrolle zu bringen.

Ein Metallrolladen und zwei Sicherheitstore wurden beschädigt. Die Polizei warf den Geschäften vor, das Sicherheitsrisiko unterschätzt zu haben.

Auch in Mailand kam es laut «Guardian» zu einer Schlägerei vor einem Swatch-Laden. In den Niederlanden musste die Polizei bei einem Einkaufszentrum nahe Den Haag eingreifen. Hunderte Menschen hatten sich dort versammelt. Der Laden öffnete nicht.

Die Filialen in Amsterdam und Utrecht blieben dem Bericht zufolge ebenfalls geschlossen. Ein Wiedereröffnungstermin stehe noch nicht fest.

Gedränge in New York und hohe Wiederverkaufspreise

In New York berichtete ein Mann von Gedränge bei der Eröffnung des Swatch-Ladens am Times Square. Er hatte seit Mittwoch in der Schlange gestanden.

«Es war wie im Moshpit», zitierte der «Guardian» den Mann. Ein weiterer Mann will seine Royal Pop, für die er rund 400 US-Dollar bezahlte, für das Zehnfache verkauft haben.

Jemand gab der Zeitung an, 2400 Dollar für eine der Taschenuhren bezahlt zu haben, anstatt selbst anzustehen.

Swatch bittet um Ruhe

Laut dem Bericht appellierte Swatch später an die Kunden, nicht in Scharen zu den Läden zu stürmen. Die Royal-Pop-Kollektion werde noch mehrere Monate erhältlich sein.

In einigen Ländern könnten Schlangen von mehr als 50 Personen nicht akzeptiert werden. Der Verkauf müsse gegebenenfalls unterbrochen werden.


Mehr Videos aus dem Ressort

Hype um Dubai-Schoggi: Schlange stehen ab halb zwei Uhr morgens – für eine einzige Tafel

Hype um Dubai-Schoggi: Schlange stehen ab halb zwei Uhr morgens – für eine einzige Tafel

Wenn Schoggi zur Obsession wird: Mitten in der Nacht standen heute bei Lindt & Sprüngli in Kilchberg ZH Dutzende Menschen Schlange, um Dubai Schokolade zu kaufen. blue News versuchte herauszufinden, warum.

16.11.2024