So tricksen Geschäfte die Kundschaft ausJedes dritte Black-Friday-Angebot ist eine Mogelpackung
ai-scrape
28.11.2025 - 09:19
Man spart nicht immer, wenn man am Black Friday einkauft.
Keystone
Vermeintliche Rabatte, die keine sind: Eine Analyse zeigt, dass viele Deals rund um den Black Friday keinen echten Preisvorteil bringen. Konsument*innen zahlen oft denselben Betrag wie Wochen zuvor – und merken es nicht.
Antonio Fontana
28.11.2025, 09:19
28.11.2025, 14:00
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Laut einer Analyse von WalletHub bringen über ein Drittel der Black-Friday-Angebote keine echte Ersparnis im Vergleich zu den Wochen davor.
Viele Rabatte beruhen auf Preisstrategien wie Produktumverpackungen oder speziell günstig produzierten Modellen, die echte Vergleichbarkeit erschweren.
Experten raten, Preise im Voraus zu beobachten und Warnungen vor «Spaving» ernst zu nehmen, um Fehlkäufe und unnötige Ausgaben zu vermeiden.
Der Black Friday ist inzwischen zu einem Ritual geworden – fast schon ein Feiertag im Jahreskalender. Doch hinter der glänzenden Fassade der «unübersehbaren Rabatte» steckt eine bittere Wahrheit: Viele Preisnachlässe sind gar keine.
Laut einer neuen Analyse von WalletHub spart mehr als ein Drittel der Black-Friday-Angebote (36 Prozent) keinen einzigen Cent im Vergleich zu den Preisen zwischen dem 27. Oktober und dem 17. November. In der Praxis wird also genau derselbe Preis als Superschnäppchen verkauft – nur weil der grosse Tag des zwanghaften Einkaufens da ist.
«Dahinter steckt ein bisschen Strategie», warnt Sparexpertin Andrea Woroch im Gespräch mit CNBC. «Die Händler ändern ständig die Preise. Vielleicht verpacken sie ein Produkt neu und präsentieren es als Sonderangebot, obwohl es ein paar Wochen zuvor genau gleich viel gekostet hat.»
Unter den falschen Rabatten gibt es zwar auch echte Schnäppchen. Dann liegt der durchschnittliche Preisnachlass laut WalletHub bei rund 24 Prozent. Aber man muss wissen, wie man sie erkennt.
«Konsument*innen müssen sich schlau machen», sagt Chip Lupo, Analyst bei WalletHub. «Die Geschäfte setzen auf das Chaos in letzter Minute: Die Leute sehen ‹Sale› und kaufen.»
Konsument*innen sollten vorher Preis und Modell prüfen
Idealerweise beobachtet man die Produkte, die man kaufen möchte, schon Wochen im Voraus, rät Sparexpertin Woroch. Und selbst wenn man am Black Friday auf ein Angebot stösst, das zu gut wirkt, um wahr zu sein, ist es nicht zu spät, den Preis nochmals zu prüfen.
Es gibt Tools, die auf Amazon aktuelle Preise mit früheren Höchst- und Tiefstpreisen vergleichen. Andere Dienste senden eine Warnung, sobald ein Produkt in über 800 Shops im Preis fällt.
Ein weiterer Fallstrick: Viele Artikel werden speziell für den Black Friday als billigere oder «vereinfachte» Versionen produziert. Das klassische Beispiel sind Fernseher. Wenn der Preis extrem tief ist, handelt es sich oft um ein Basismodell, das dem Original zwar ähnelt – aber eben nicht identisch ist.
«Auch wenn es optisch gleich aussieht, sollte man nicht davon ausgehen, dass es wirklich das gleiche Modell ist», warnt Woroch. «Um sicherzugehen, sollte man die Seriennummer prüfen, das Erscheinungsdatum anschauen und Bewertungen lesen.»
Achtung vor «Spaving»
Obwohl der Black Friday als Tag mit den grössten Rabatten gilt, ist er nicht immer der beste Moment für einen Kauf. Winterkleidung etwa ist nach der Weihnachtszeit oft deutlich günstiger.
Woroch warnt ausserdem vor dem sogenannten «Spaving», also dem Phänomen, mehr Geld auszugeben, um vermeintlich «Geld zu sparen». Ein typisches Beispiel sind Aktionen wie «Zwei kaufen, das dritte gratis». Wenn man aber nur eines braucht, sind die beiden anderen schlicht verschwendetes Geld – keine Ersparnis.
«Man riskiert, den Black Friday mit einem erleichterten Portemonnaie und einem Haus voller nutzloser Dinge zu verlassen», warnt die Expertin. Für Menschen mit knappem Budget kann diese Falle schnell zu einem ernsten Problem werden.