BankenJulius Bär muss weitere 149 Millionen Franken abschreiben
SDA
24.11.2025 - 07:30
Die Privatbank Julius Bär hat in den ersten neun Monaten 2025 weitere Neugelder von Kunden angezogen. Auf der anderen Seite musste die Bank aber auch weitere Abschreibungen im Kreditbuch vornehmen.(Archivbild)
Keystone
Die Privatbank Julius Bär muss nach der Überprüfung des Kreditbuchs weiter 149 Millionen Franken abschreiben. Daneben konnte die Bank nach zehn Monaten 2025 mehr verwaltete Vermögen verbuchen und auch weitere Netto-Neugelder anziehen.
Keystone-SDA
24.11.2025, 07:30
SDA
Julius Bär hat die seit einiger Zeit laufende Überprüfung des Kreditportfolios abgeschlossen. Dabei musste die Bank weitere 149 Millionen Franken abschreiben, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst.
«Vergleichbar mit dem nahezu abgeschlossenen Abbau des Private-Debt-Kreditportfolios wird dieser Prozess in geordneter und disziplinierter Weise durchgeführt, um den Shareholder Value zu schützen», schreibt die Bank. Damit sei die letzte Phase der Aufarbeitung der Altlasten im Kreditbuch abgeschlossen.
Verwaltete Vermögen steigen
Die verwalteten Vermögen (Assets under Management, AuM) stiegen per Ende Oktober auf 520 Milliarden Franken nach 483 Milliarden zum Halbjahr, wie die Zürcher Vermögensverwaltungsbank am Montag mitteilte. Vor allem der Neugeldzufluss und die gute Performance an den Aktienmärkten haben zum Plus beigetragen. Etwas Gegenwind gab es vor allem durch den schwachen US-Dollar.
Konkret flossen der Bank bis Ende Oktober Netto-Neugelder in Höhe von 11,7 Milliarden Franken zu. Damit beliefen sich die Zuflüsse annualisiert auf 2,8 Prozent. Das Geld kam dabei vor allem von Kunden aus den Schlüsselmärkten in Asien, in Westeuropa und dem Nahen Osten.
Bruttomarge konstant
Die Bruttomarge in den ersten zehn Monaten blieb mit 83 Basispunkten (BP) unverändert zum Gesamtjahr 2024. Auf der Kostenseite konnte die Bank durch die eingeleiteten Sparmassnahmen Fortschritte verbuchen. Das adjustierte Kosten-Ertrags-Verhältnis (Cost/Income-Ratio) lag bei 66 Prozent und damit leicht unter dem Halbjahreswert von 68,2 Prozent und klar unter dem Vorjahr mit 71 Prozent.
Auf Gruppenebene erwartet das Management, dass der IFRS-Konzerngewinn in diesem Jahr u.a. wegen der verbuchten Kreditverlusten und der Auflösung von Steuerrückstellungen im Vorjahr 2025 unter demjenigen des Vorjahres liegen wird. Unter Ausschluss der Einmaleffekte bleibe die Profitabilität und die Kapitalgenerierung aber stark, wird betont.
Mit seinen Zahlen hat Julius Bär die Prognosen von Analysten bei den verwalteten Vermögen, bei Marge und Kosten übertroffen, die Neugelder blieben aber etwas hinter dem AWP-Konsens zurück.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Die EU dreht den Gashahn zu: Bis spätestens Ende 2027 will Brüssel vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Damit wollen sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem wird es Russland erschwert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den Milliardengewinnen aus Energielieferungen zu finanzieren.
05.12.2025
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?