KonjunkturKOF-Umfrage zeigt wieder Verschlechterung der Geschäftslage
jb
5.2.2025 - 09:17
Geschäftslage in Industrie oder auch Bau verschlechtert sich gemäss KOF-Umfrage vom Januar wieder (Symbolbild)
Keystone
Für Unternehmen in der Schweiz hat sich die Geschäftslage zu Beginn des neuen Jahres wieder verschlechtert. Vor allem über der Industrie ziehen dunkle Wolken auf.
Keystone-SDA, jb
05.02.2025, 09:17
05.02.2025, 09:38
SDA
Auch im Baugewerbe sowie im Finanzsektor trübt sich die Lage ein. Besser ist die Geschäftslage dagegen im Detailhandel, Grosshandel und Gastgewerbe.
Dies geht aus einer Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) bei rund 4500 Firmen hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der Geschäftslageindikator für die Schweizer Privatwirtschaft, den die KOF vierteljährlich aus diesen Umfragen berechnet, hat sich im Januar abgekühlt.
Zuvor war der Indikator im Oktober und November vergangenen Jahres gestiegen und im Dezember nahezu unverändert geblieben. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate seien im Januar nochmals ein klein wenig zurückhaltender, als sie es im Dezember gewesen seien, schrieb die KOF.
Industrie spürt ungenügende Nachfrage
Bei den einzelnen Wirtschaftsbereichen zeige sich eine unterschiedliche Entwicklung. Im verarbeitenden Gewerbe, also der Industrie, hat sich die Geschäftslage den zweiten Monat hintereinander verschlechtert. Der Bestellungseingang belebt sich nicht und die Auftragsreserven schmelzen eher ab. Insgesamt beklagen gut 60 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe eine ungenügende Nachfrage nach ihren Produkten.
Die Kapazitätsauslastung der Maschinen und Geräte ist gesunken. Grund dafür sei vor allem die Chemie- und Pharmabranche. Die Ertragslage entwickle sich ungünstiger als bisher, hiess es. Zudem seien die Unternehmen sehr unsicher in Bezug auf die weitere Entwicklung. «Sie planen, ihre Produktion deutlich vorsichtiger auszuweiten als bisher, und möchten vermehrt Personal abbauen.»
Auch im Baugewerbe und bei den Projektierungsbüros hat sich die Lage den zweiten Monat hintereinander eingetrübt. Im Baugewerbe ist die Auslastung der Fahrzeuge, Maschinen und Geräte deutlich unter den Durchschnitt gesunken. Insgesamt planen die Unternehmen im Baugewerbe per saldo keine Ausweitung der Produktion mehr. Insbesondere im Hochbau werden die Planungen deutlich nach unten geschraubt.
In der Finanzbranche hat sich die Geschäftslage ebenfalls wieder etwas abgekühlt. Den Banken mache vor allem das Zinsgeschäft einen Strich durch die Erfolgsrechnung, schrieb die KOF. Auch das Handelsgeschäft laufe nicht mehr so gut wie bislang. Demgegenüber entwickle sich das Kommissions- und das Handelsgeschäft weiterhin positiv. Bei den Versicherern habe die Ertragslage vermehrt gelitten.
Detailhändler mit besseren Geschäften und trüberen Aussichten
Im Detail- und im Grosshandel habe sich die Geschäftslage aufgehellt. Der Ausblick trübt sich aber im Detailhandel ein. Die Detailhändler erwarten seltener Umsatzzuwächse als bisher und sehen sich vermehrt zu Preissenkungen gezwungen. Dagegen werde der Grosshandel zuversichtlicher.
Im Gastgewerbe verbessert sich die Geschäftslage wieder, insbesondere bei den Hotels. In den Berggebieten sei die Geschäftslage ausgezeichnet, in den Seegebieten und den städtischen Regionen leicht überdurchschnittlich, stellte die KOF fest. Die Zimmerauslastung sei deutlich gestiegen und die Ertragslage besser als bisher. Die Übernachtungen sowohl von Ausländern als auch von Inländern ziehen an. In der Gastronomie dürfte sich indes die Nachfrage kaum verändern.
Bei den übrigen Dienstleistungsunternehmen gerät die Geschäftslage leicht unter Druck, die Geschäftserwartungen bleiben positiv, wenn auch nicht mehr ganz so ausgeprägt wie bisher.
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
29.01.2026
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
23.01.2026
Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik