Weniger Asiaten, teurere Flüge:Iran-Krieg trifft Schweizer Tourismus hart
SDA
26.5.2026 - 11:38
Wegen des Iran-Kriegs dürften der Schweiz im Sommer Touristen aus Asien fehlen. (Archivbild)
Keystone
Der Iran-Krieg dürfte die Schweizer Tourismusbranche im Sommer deutlich bremsen. Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich erwartet weniger Übernachtungen und einen markanten Rückgang bei Gästen aus Asien.
Keystone-SDA
26.05.2026, 11:38
26.05.2026, 11:53
SDA
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Die ETH Zürich rechnet im Sommer mit 1,6 Prozent weniger Hotelübernachtungen.
Besonders stark dürfte der Rückgang bei Gästen aus Asien und China ausfallen.
Ursache sind laut Experten höhere Flugkosten und Unsicherheiten im Luftverkehr wegen des Iran-Kriegs.
Der Iran-Krieg dürfte dem Schweizer Tourismus das Sommergeschäft verhageln. Das KOF Institut der ETH Zürich rechnet in der Hotellerie mit einem Rückgang um 1,6 Prozent auf 24,8 Millionen Übernachtungen.
Besonders Gäste aus Asien dürften diesen Sommer deutlich seltener in die Schweiz reisen, teilte das KOF am Dienstag mit. Die Aussichten für den kommenden Winter 2026/27 blieben dagegen stabil.
Damit bestätigen die Konjunkturforscher weitgehend die Prognose von BAK Economics von vergangener Woche. BAK hatte für die Sommersaison 2026 ein Minus von 1,0 Prozent auf 24,9 Millionen Logiernächte vorausgesagt.
Als Hauptgrund nennen beide Institute die Folgen des Iran-Kriegs für den Luftverkehr. Höhere Kerosinpreise, teurere Flugtickets und längere beziehungsweise unsichere Flugrouten belasten die Fernreisen in die Schweiz.
Deutlich weniger Gäste aus Asien
Bei den ausländischen Gästen rechnet die KOF daher mit einem Rückgang von 2,9 Prozent auf 13,0 Millionen Übernachtungen. Dies liegt hauptsächlich am erwarteten Minus bei den Gästen aus Asien von 10,0 Prozent auf 1,5 Millionen – bei China gar minus 25,7 Prozent auf 0,4 Millionen.
Zum Vergleich: Im Sommer 2025 machten Gäste aus Asien 12,4 Prozent der ausländischen Logiernächte aus. Für diesen Sommer wäre es laut KOF noch 11,5 Prozent. Bei Gästen aus China sänke der Anteil auf 3,1 von 4,0 Prozent. Gerade für viele Schweizer Städte ist der asiatische Markt wichtig.
Die Nachfrage aus dem Inland dürfte dies nur teilweise ausgleichen. Bei Schweizer Gästen werden für den Sommer 11,8 Millionen Logiernächte erwartet – ein Plus von 0,2 Prozent. Für Europa werden mit 6,7 Millionen Übernachtungen nur 0,4 Prozent weniger erwartet.
Denn im Gegensatz zu den Fernmärkten können Gäste aus Europa die Schweiz weiterhin gut per Auto, Bahn oder auf kurzen Flugverbindungen erreichen. Zudem könnten höhere Flugpreise und Unsicherheit dazu führen, dass Reisende eher nahe gelegene Ferienziele wählen.
Aussichten für den Winter stabil
Entspannter blickt die KOF auf den kommenden Winter 2026/27. Erwartet werden 18,7 Millionen Logiernächte – und damit praktisch gleich viele wie im Vorjahr. Der Winter sei weniger stark von Fernreisen abhängig und werde stärker von Schweizer Gästen sowie Reisenden aus europäischen Nahmärkten getragen.
Den vergangenen Winter 2025/26 beurteilt die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich als sehr stark. Nach einem rekordhohen Saisonstart im November und Dezember schwächte sich die Dynamik gegen Ende jedoch spürbar ab. Der März fiel wegen schlechterer Schneeverhältnisse, aber auch wegen erster Auswirkungen des Iran-Kriegs deutlich schwächer aus.
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