ArchäologieLaser statt Bürste: Sanfte Entstaubung der Mark-Aurel-Säule in Rom
SDA
19.12.2025 - 10:40
Die Mark-Aurel-Säule in Rom wird mit Hightech geputzt.
Keystone
Unsichtbare Strahlen gegen jahrzehntealten Schmutz: Die Mark-Aurel-Säule erhält ein Hightech-Makeover – und bleibt trotzdem ein Stück gelebte Geschichte.
Keystone-SDA
19.12.2025, 10:40
SDA
Mit einer neuartigen Methode befreien Restauratoren die eindrucksvolle Marmorsäule zu Ehren des römischen Kaisers Mark Aurel im Herzen Roms von ihren jahrzehntealten Schmutzablagerungen. Wurden bei der letzten Restaurierung der mehr als 40 Meter hohen Säule mit ihren detailreichen Verzierungen vor etwa 40 Jahren noch kleine Bürsten zur Säuberung eingesetzt, entfernen die Experten nun Schmutz und Staub mit Laserstrahlen.
Antike römische Ehrensäule
Die Säule steht auf der nach ihr benannten Piazza Colonna vor dem Amtssitz der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und in unmittelbarer Nähe zu der bei Touristen beliebten Shoppingmeile Via del Corso. Das Monument ist eigentlich ein beliebtes Fotomotiv, seit Monaten ist es jedoch in einem grossen Baugerüst versteckt.
Zwischen 180 und 193 n. Chr. wurde die Säule errichtet. Auf einem spiralförmig und sich nach oben windenden angebrachten Reliefband werden 116 Szenen aus den Schlachten von Mark Aurel geschildert. Es zeigt mehr als 2.000 Figuren, darunter Götter, Soldaten und Tiere, auch Mark Aurel, einer der bekanntesten römischen Kaiser, kommt in den Szenen mehrmals vor.
Natürliche Alterung des Marmors erhalten
Bei der nun verwendeten Reinigungsmethode werden Laserstrahlen eingesetzt, um die oberen Schmutzschichten auf dem Marmor der Säule zu entfernen. Die Laser bündeln Lichtstrahlen und dabei löst die entstehende Hitze Ablagerungen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten abgesetzt haben.
Die Chefrestauratorin Marta Baumgartner betonte, dabei gehe es nicht darum, den Marmor um jeden Preis wieder aufzuhellen, sondern die Patina der natürlichen Alterung des Steins zu bewahren. Tatsächlich ist die Laserreinigung eine materialschonende Methode, um Staub und Schmutz zu entfernen. Nach dem Einsatz des Lasers greifen die Restauratoren um Baumgartner wieder auf Schwämme zurück, um die Ablagerungen manuell von dem Stein zu entfernen.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
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