Geteilte Meinungen «Mit 70 festklammern» und «haben jahrelang verzichtet» – blue News Leser zum Hüsli-Zoff

Sven Ziegler

14.4.2026

Mietkauf: Ohne Eigenkapital zum Traumhaus, klappt das tatsächlich?

Mietkauf: Ohne Eigenkapital zum Traumhaus, klappt das tatsächlich?

Während die Preise auf dem Eigenheim-Markt durch die Decke gehen und notwendiges Eigenkapital immer mehr zum Problem wird, soll «Mietkauf» eine Alternative zum klassischen Immobilienkauf bieten. Die Vor- und Nachteile erklären wir im Video.

10.09.2021

Der Bundesplan, Einfamilienhausquartiere der Babyboomer auf Verdichtungspotenzial zu untersuchen, hat auf blue News heftige Reaktionen ausgelöst. Die Kommentare zeigen: Das Thema spaltet.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Ankündigung einer Bundesverdichtungsstudie zu Babyboomer-Häusern hat auf blue News hunderte Kommentare ausgelöst – die grosse Mehrheit lehnt staatliche Eingriffe ins Wohneigentum ab.
  • Viele Leser*innen betonen, jahrelang auf Ferien und Konsum verzichtet zu haben – und stellen die praktische Gegenfrage, wohin sie zu bezahlbaren Preisen ziehen sollten.
  • Einige Leser*innen berichten von positiven Erfahrungen mit dem freiwilligen Wechsel in eine kleinere Wohnung – betonen aber: Das müsse eine persönliche Entscheidung bleiben.

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Kaum ein Thema hat die blue News-Leserschaft zuletzt so aufgewühlt wie die Meldung, dass der Bund eine nationale Studie zum Verdichtungspotenzial von Einfamilienhausquartieren plant. Zahlreiche Leser*innen hinterliessen einen Kommentar zum Thema. 

Der häufigste Tenor: Wer ein Haus besitzt, hat dafür hart gearbeitet – und lässt sich das nicht nehmen. «Wir haben als junges Paar auf Ferien verzichtet und Geld gespart», schreibt Skipper. «Nun sollen wir zugunsten von jungen Familien darauf verzichten?» Ähnlich klingt es bei Riccardo60: «Ich habe fast Tag und Nacht gearbeitet, um das Eigenkapital zu stemmen. Und nun kommen die Schnösel, die mir mein Eigentum streitig machen möchten.»

Viele erinnern daran, dass das Eigenheim nicht nur Wohnraum ist, sondern auch Altersvorsorge, Erinnerung und soziales Umfeld. Schitasong29 bringt es so auf den Punkt: «Wohnung und Umgebung sind Heimat. Dazu gehört ein über Jahre gewachsenes nachbarschaftliches Netzwerk. So bleiben ältere Menschen lange unabhängig.»

«Mit 70 an 6 Zimmern festhalten»

Nicht alle Kommentarschreibenden stehen auf derselben Seite. Zinugrust86 schreibt etwa: «Mit 70 noch an 6 Zimmern festhalten – und sich dann aufregen, wenn das plötzlich zum Thema in den Medien wird. Hauptsache, das Gästezimmer bleibt leer, könnte ja sein, dass irgendwann noch jemand vorbeikommt.»

Und Spiegelblid hält seine Meinung wie folgt fest: «Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass hier erklärt wird, warum 6 Zimmer für 2 Personen völlig normal sind – und gleichzeitig die Jungen einfach mehr sparen sollen.»

«Wer verkauft, liefert oft über 100'000 Franken an den Staat ab – logische Konsequenz: nicht verkaufen.»

Mark M

blue News-Leser

Auch_dabei hat ebenfalls eine klare Meinung: «Bei den meisten lag der Hauptgrund, ein Haus zu erwerben, darin, viel Lebensraum für die eigenen Kinder zu haben. Wenn nun die Kinder erwachsen sind und Schaukel, Sandkasten und Baumhaus im Garten nicht mehr benutzt werden, meinen viele, es sei ihnen von Anfang an um eine Altersresidenz gegangen.»

Die Kostenfrage: Wohin sollen Ältere ziehen?

Viele Kommentarschreibende stellen eine schlichte, aber gewichtige Gegenfrage: Selbst wer wollte – wohin sollte er ziehen? Lucheutaut18 rechnet vor: «Mietzins für eine 4,5-Zimmer-Wohnung: über 3000 Franken plus Garage. Die Frage ist: Eigenheim verkaufen und wo anständig eine Wohnung mieten?» Odo ergänzt: «Mit Nebenkosten haben wir in unserem 5-Zimmer-Haus weniger als 1000 Franken im Monat. Warum sollten wir unsere Situation verschlechtern?»

Auch auf einen strukturellen Fehlanreiz macht markM aufmerksam: Die Gewinnsteuer beim Hausverkauf habe sich seit dem Jahr 2000 verdreifacht. «Wer verkauft, liefert oft über 100'000 Franken an den Staat ab – logische Konsequenz: nicht verkaufen.»

Wer freiwillig geht, macht gute Erfahrungen

Einige Leser*innen berichten aber auch von positiven Erfahrungen mit dem freiwilligen Wechsel. Wujabom76 schreibt, er habe das Haus beim Eintritt ins Rentenalter bewusst an eine junge Familie verkauft: «Wir sind stolz darauf und leben mit dem Erlös schon weit über 15 Jahre in einer anderen Region mit altersfreundlicher Infrastruktur.» Aber auch er betont: Das sei eine freiwillige Entscheidung gewesen – und müsse es bleiben.

Wer hingegen über eine Vermietung nachdenke, sollte sich das gut überlegen, warnt Colorless-Ratificati aus eigener Erfahrung: Ein ihm bekanntes Paar habe das Haus aufwendig umgebaut und Wohnungen vermietet – «die Mieteinnahmen stehen in keinem Verhältnis zu den laufenden Investitionen».

Kritik an der Politik statt an den Hausbesitzern

Mehrere Kommentarschreibende richten den Blick weg von den Eigentümern und hin zur Politik. Masterchief moniert, dass Alterswohnungen und Pflegeplätze zunehmend nur noch für Bessergestellte erschwinglich seien: «Unter diesen Umständen würde ich als Senior mein Eigenheim auch nicht aufgeben wollen – selbst wenn das Haus 10 Zimmer hat.» 

Quer durch die Kommentare zieht sich eine klare Linie. Freiwillige Lösungen stossen auf Verständnis – staatliche Studien, Anreize zum Auszug oder gar Eingriffe ins Eigentum auf entschiedene Ablehnung. «Das geht den Bund überhaupt nichts an», bringt es Fleufreufre80 stellvertretend für die grosse Mehrheit auf den Punkt.