Lohn verzehnfacht Oerlikon-Chef kassiert Millionen – während Firmenwert abstürzt

tgre

6.3.2025

Executive Chairman Michael Süss.
Executive Chairman Michael Süss.
Bild: KEYSTONE

Oerlikon-Chef Michael Süss hat seinen Lohn innerhalb von zehn Jahren verzehnfachen können, wie eine Analyse zeigt. Dabei ist der Firmenwert deutlich gesunken.

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  • Seit dem Antritt von Michael Süss vor zehn Jahren hat der Firmenwert vom Industriekonzern Oerlikon um zwei Drittel abgenommen. Der Aktienkurs fällt.
  • Wie eine Analyse zeigt, hat sich das Gehalt vom heutigen Oerlikon-Chef dennoch verzehnfacht.
  • Die schlechten Zahlen der Firma sind unter anderem eine Folge von Fehlinvestitionen, wie 400 Millionen Franken, die in eine gescheiterte 3D-Druck-Initiative gesteckt wurden.

«Durch den eingeschlagenen Weg können wir langfristig deutlichen Mehrwert für Sie und alle anderen Stakeholder schaffen», hatte Michael Süss vor zehn Jahren als Präsident des Verwaltungsrates vom Industriekonzern Oerlikon versprochen. Gestiegen ist seitdem allerdings nur sein Lohn, wie eine Analyse der «Handelszeitung» zeigt.

So bekam Michael Süss bei seiner Übernahme als VR-Präsident noch ein Honorar von 629’000 Franken. Zehn Jahre später ist Süss exekutiver Präsident, sein Lohnpaket laut des jüngsten Geschäftsberichts: «Total Compensation Granted 2024: 7,55 Millionen.»

Firmenwert von Oerlikon nahm seit dem Antritt von Michael Süss um zwei Drittel ab

Laut der Pressestelle seien einige Komponenten beim CEO- und VR-Präsidenten-Lohn variabel und an Zielerreichungen über mehrere Jahre gebunden, weshalb die Honorierung entsprechend tiefer liegen würde.

Doch im Vergleich mit grösseren Firmen, wie Sulzer, Schindler oder Georg Fischer, liegt deren CEO-Salär weit darunter. Besonders auffällig ist die Diskrepanz bei Liftbauer Schindler: Der Umsatz der Firma ist viermal und der Gewinn sogar zehnmal grösser als bei Oerlikon – und dennoch kassiert der Schindler-Chef mindestens 1 Million weniger als Süss.

Dabei ist vom «deutlichen Mehrwert», den der Oerlikon-Boss vor zehn Jahren versprochen hatte, heute wenig zu sehen: Seit dem Antritt von Michael Süss hat der Firmenwert um zwei Drittel abgenommen – auf 1,3 Milliarden Franken. Der Gewinn, der 2016 noch 388 Millionen Franken ausmachte, liegt nun bei gerade einmal 72 Millionen. Für Aktionäre ein Desaster.

Die Gründe für die schlechten Zahlen? Hier hatte Michael Süss stets eine Ausrede parat. 2023 und 2024 habe es am «anspruchsvolle Umfeld» gelegen, darüber hinaus musste Grossaktionär Viktor Vekselberg als Erklärung für die höchstmässige Performance hinhalten.

So hätte der von den USA sanktionierte Milliardär aus Russland einen Malus auf den Aktienkurs von «bis zu 60 Prozent» bedeutet, wie Süss vor einem Jahr in der «Bilanz» erklärte. Doch bei der Firma Sulzer, wo der Russe mehr Aktienanteile hält als bei Oerlikon, hat Suzanne Thoma den Aktienkurs in den letzten drei Jahren glatt verdoppelt, während er bei Oerlikon um fast die Hälfte schrumpfte ...

Oerlikon: 400 Millionen Franken versenkt

Die Gründe für die schlechten Zahlen dürften viel mehr in Fehlinvestitionen zu finden sein, wie beispielsweise eine gescheiterte 3D-Druck-Initiative. Michael Süss schwärmte 2022 vom «revolutionären Potenzial» und kündigte an, die additive Fertigung, also Industrie aus dem 3D-Drucker, verändere «die Welt».

Er gründete mit der Technischen Universität München (TUM) das TUM-Oerlikon Advanced Manufacturing Institute, an dem geforscht, gelehrt und Doktoranden betreut werden sollten. Drei Jahre später ist davon kaum noch etwas übrig. Ungefähr 400 Millionen Franken wurden nach Angaben der «Handelszeitung» hierbei versenkt. Eine Fehlinvestition, die Aktionäre nur zutiefst ärgern kann. Mit Blick auf den aktuellen Lohn von Michael Süss dürfte ihm das allerdings recht wenig ausmachen.