Soziale MedienLondon gegen Musks KI Grok: Behörde leitet Untersuchung ein
SDA
12.1.2026 - 14:00
X war in den vergangenen Tagen vermehrt in Kritik geraten. Nutzer können den KI-Chatbot Grok bislang dazu auffordern, freizügige Bilder von Menschen zu generieren - auch von Kindern. (Symbolbild)
Keystone
Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hat eine offizielle Untersuchung gegen Elon Musks Online-Plattform X eingeleitet. Grund dafür sind von der KI Grok generierte sexualisierte Bilder, wie die Behörde mitteilte.
Keystone-SDA
12.01.2026, 14:00
SDA
Es gebe «zutiefst beunruhigende Berichte», wonach die KI Grok dazu genutzt werde, sexualisierte Bilder – unter anderem von Kindern – zu erstellen und weiterzugeben, hiess es vonseiten der britischen Behörde. Dies könne mitunter als Missbrauch gewertet werden.
X war in den vergangenen Tagen auch innerhalb der Europäischen Union massiv in die Kritik geraten, weil Nutzer den KI-Chatbot auffordern können, gepostete Bilder zu sexualisieren, auch, wenn diese Kinder zeigen. Der britische Premierminister Keir Starmer nannte dies «widerlich». Mehrere Minister hatten in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass sie auch ein Verbot der Plattform unterstützen würden, sollte Ofcom zu einem entsprechenden Schluss kommen.
Die Behörde hatte X zuletzt deshalb um dringende Stellungnahme gebeten. Das US-Unternehmen habe innerhalb einer von Ofcom gesetzten Frist geantwortet, so die Behörde. Die «verfügbaren Beweise» habe Ofcom daraufhin einer dringlichen Prüfung unterzogen. Mit der Untersuchung soll nun festgestellt werden, ob Musks Plattform gegen den britischen Online Safety Act verstösst.
Indonesien und Malaysia haben am Wochenende als erste Länder weltweit den Chatbot vorübergehend gesperrt. Die indonesische Kommunikations- und Digitalministerin Meutya Hafid erklärte, der Schritt diene dem Schutz von Frauen, Kindern und der breiten Öffentlichkeit vor der Verbreitung gefälschter pornografischer Inhalte, die mithilfe von KI generiert würden. Der digitale Raum dürfe nicht zu einem rechtsfreien Raum werden, betonte sie.
Geldstrafe bei Verstoss
Sollte die Behörde einen Verstoss feststellen, könnte X zur Kasse gebeten werden. Den Angaben zufolge kann Ofcom dann eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 10 Prozent des weltweiten Umsatzes der US-Firma oder in Höhe von 18 Millionen Pfund (umgerechnet mehr als 20 Millionen Euro) verhängen – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Im äussersten Fall könne die Behörde auch eine gerichtlich angeordnete teilweise oder komplette Sperrung der Plattform beantragen.
Bereits am Wochenende hatte Musk auf X gegen die britische Regierung ausgeteilt. Er warf London etwa Zensur vor und nannte die Regierung in einem Beitrag «faschistisch». Ähnliche Vorwürfe gegen Grossbritannien hatte Musk immer wieder erhoben.
Der Schritt der Plattform, den Zugriff auf die KI-Bildergenerierung nur noch zahlenden Nutzerinnen und Nutzern zugänglich zu machen, wurde sowohl von der Europäischen Kommission als auch der britischen Regierung zuletzt als nicht ausreichend betrachtet. Es sei «eine Beleidigung für die Opfer von Frauenfeindlichkeit und sexueller Gewalt», teilte die Downing Street mit.
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
29.01.2026
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
23.01.2026
Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik