AutoindustrieMercedes verdient dank höherer Preise deutlich mehr
cg
17.2.2023 - 09:29
Der deutsche Autobauer Mercedes-Benz hat im zurückliegenden Jahr deutlich mehr verdient. (Symbolbild)
Keystone
Der Autoproduzent Mercedes-Benz hat ordentlich Geld verdient im vorigen Jahr. Vorstandschef Källenius macht klar, dass es nicht einfach so weitergehen wird. Das hat auch mit der Umstellung auf Elektroautos zu tun.
Keystone-SDA, cg
17.02.2023, 09:29
17.02.2023, 15:53
SDA
Der Autobauer Mercedes-Benz geht nach einem zuletzt starken Lauf vorsichtiger in dieses Jahr. Konzernchef Ola Källenius erwartet weniger Gewinn in den wichtigsten Bereichen, obwohl Absatz und Umsatz ähnlich hoch ausfallen sollen wie 2022. Dank Luxusmodellen und Preiserhöhungen erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr deutlich mehr Gewinn im Vergleich zu 2021. Das Konzernergebnis lag bei 14,8 Milliarden Euro, wie der Stuttgarter Autobauer am Freitag mitteilte.
Das war ein Drittel mehr als im Vorjahr, wenn nur die fortgeführten Geschäfte betrachtet werden. Ein milliardenschwerer Sonderertrag wegen der Abspaltung des Lastwagen-Geschäfts von Daimler Truck hatte den Konzerngewinn 2021 auf über 23 Milliarden Euro hochgetrieben.
Umsatz steigt zweistellig
Mercedes steigerte den Umsatz 2022 um 12 Prozent auf 150 Milliarden Euro. Das Unternehmen lieferte zwar etwas weniger Autos an Endkunden aus, aber mit 2,04 Millionen wurden rund 5 Prozent mehr im Grosshandel abgesetzt. «Auch wenn wir makroökonomische und geopolitische Ereignisse nicht kontrollieren können, ist das Geschäftsjahr 2022 ein Beleg dafür, dass die strategische Ausrichtung stimmt», sagte Källenius.
Der Verkauf von Topmodellen wie der S-Klasse, Wagen der Tuningtochter AMG und der Luxusmarke Maybach zog an, was mehr Rendite brachte. Der durchschnittliche Verkaufspreis der Autos stieg um 9 Prozent auf fast 73 000 Euro. 2019 betrug der Durchschnittserlös pro Auto noch 51 000 Euro – seitdem ist er entsprechend um 43 Prozent geklettert. Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern legte so um 20 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro zu.
Gewinn dürfte sinken
Das Management um Källenius stellt die Aktionäre nun auf weniger Profit ein. Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern in der Autosparte dürfte bei 12 bis 14 Prozent liegen und damit im Vergleich zum Vorjahreswert von 14,6 Prozent zurückgehen.
Zwar rechnet das Unternehmen mit einer leicht positiven Entwicklung der Nettopreise, das Gebrauchtwagengeschäft wird hingegen unter dem Vorjahr erwartet. Der geplant steigende Anteil von Batterieautos dürfte angesichts der noch schwächeren Margen in dem Bereich rund einen halben Prozentpunkt Marge kosten, sagte Finanzchef Harald Wilhelm.
In den kommenden Jahren erwartet Finanzchef Wilhelm Kostenentlastung unter anderem über das Direktvertriebsmodell. Bislang verkauft der Konzern die Autos an die Händler. In Zukunft sollen diese für die Vermittlung an die Kunden lediglich eine Provision erhalten. Das soll für einheitliche Preise und weniger Rabatte sorgen, auch weil Preiskonkurrenz zwischen den eigenen Händlern ausgeschaltet wird. In England sei das Modell im Januar angelaufen und solle in Deutschland auch im laufenden Jahr kommen, sagte Källenius.
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
29.01.2026
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
23.01.2026
Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik