Wohnkosten bleiben SorgenkindMieten steigen weiter – trotz sinkender Zinsen
Samuel Walder
18.12.2025
Die Mietpreise steigen weiter – trotz Zinssenkung.
Bild:Keystone
Trotz gesunkener Energiepreise und stabiler Teuerung steigen die Mieten in der Schweiz weiter. Besonders betroffen sind Haushalte mit tiefem Einkommen und Alleinlebende unter 65 – das zeigt der neue Womo-Index von Comparis und der ETH Zürich.
Trotz stabiler Gesamtteuerung steigen die Wohnungsmieten weiter – im Jahresvergleich um 1,6 % – und belasten Haushalte zunehmend.
Während Energiepreise wie Heizöl und Gas stark sanken, legten Strom (+35 %), Autoversicherungen (+10,8 %) und Mieten (+7,5 %) in den letzten drei Jahren deutlich zu.
Besonders betroffen von der Teuerung sind Einpersonenhaushalte und Haushalte mit tiefem Einkommen, während hohe Einkommen kaum Preissteigerungen spürten.
Die Schweiz steckt mitten in einem angespannten Immobilienmarkt: Die Mieten steigen schneller als die Löhne, freie Wohnungen sind rar, und in vielen Städten wird der Platz zum Luxus.
Seit März 2024 veröffentlicht Comparis vierteljährlich gemeinsam mit der ETH Zürich den Womo-Preisindex, der die Entwicklung der Preise in den Bereichen Wohnen und Mobilität zeigt. Im November 2025 blieb der Index im Vergleich zum Vorjahr stabil bei 0,0 % – genau wie der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK). Auch gegenüber August 2025 blieb der Womo-Index unverändert, während der LIK leicht sank (–0,7 %). Doch nun zeigt sich, die Preise für Mieten steigen – trotz Zinssenkung.
Wohnungsmieten steigen weiter – trotz Zinssenkung
Während viele Preise stagnierten oder sanken, stiegen die Wohnungsmieten weiter – im 3-Monats-Vergleich um 0,2 %, im Jahresvergleich um 1,6 %. Seit Jahren zählt das Wohnen zu den grössten Belastungen im Haushaltsbudget. Bestehende Mieter können jedoch von Zinssenkungen profitieren und unter Umständen Mietzinsreduktionen verlangen, so Comparis-Finanzexperte Reto Renkert.
In den letzten 3 Jahren stieg der Womo-Index um 2,8 %, der LIK um 2,2 %. Besonders stark gesunken sind die Preise für Heizöl (–30,7 %), Gas (–16,4 %) und Treibstoff (–15,3 %). Dennoch liegen die Energiepreise noch immer rund 50 % über dem Niveau von vor fünf Jahren.
Diese Preise stiegen ebenfalls
Gestiegen sind dagegen unter anderem die Preise für Elektrizität, die in den letzten drei Jahren um satte 35 Prozent zulegte. Auch Motorfahrzeugversicherungen verteuerten sich deutlich – um 10,8 Prozent. Die Wohnungsmieten stiegen in diesem Zeitraum um 7,5 Prozent. Ebenso legten die Preise für Dienstleistungen im Zusammenhang mit laufenden Wohnungsreparaturen (plus 5,6 Prozent), Wohnungsreinigung (plus 5,1 Prozent) sowie für Wartung und Reparatur privater Verkehrsmittel (plus 5,0 Prozent) spürbar zu.
Im Jahresvergleich verzeichneten Autoversicherungen mit +6,1 % den stärksten Preisanstieg – laut Comparis dürfte es 2026 weitere Aufschläge geben. Es folgen Wohnungsreinigung (+2,0 %) und Mieten (+1,6 %).
Unterschiede nach Haushaltstyp und Einkommen
Die Unterschiede nach Haushaltstypen zeigen, dass vor allem Einpersonenhaushalte unter 65 Jahren in den letzten zwölf Monaten am stärksten von der Teuerung betroffen waren – mit einem Anstieg von 0,3 Prozent. Auch gegenüber August 2025 mussten sie nochmals eine leichte Zunahme von 0,1 Prozent hinnehmen. Anders sieht es bei Paaren ab 65 Jahren ohne Kinder aus: Bei ihnen nahm die gefühlte Teuerung in den Bereichen Wohnen und Mobilität sogar um 0,3 Prozent ab.
Im Vergleich zum August 2025 blieb sie stabil. In Bezug auf die Einkommensverteilung spürt die tiefste Einkommensklasse die Teuerung am stärksten – mit einem Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 0,1 Prozent seit August. Die höchste Einkommensklasse hingegen war kaum betroffen: Für sie sanken die Preise im Jahresvergleich um 0,2 Prozent, während sie in den letzten drei Monaten unverändert blieben.